Dresden - Die sächsische Linke fordert zum Jahrestag des Kriegsendes 1945 mehr Erinnerung und eine sichere Finanzierung von Gedenkorten. Der 8. Mai sei eine fortdauernde Verpflichtung, gegen das Vergessen und für Demokratie einzutreten, erklärte die Parteispitze.
Nach Ansicht der Linken brauche dieser Tag nicht weniger, sondern mehr Erinnerung. Das gelte besonders vor dem Hintergrund, dass die Zahl der Überlebenden des Nationalsozialismus weiter sinke. Wer Erinnerung einschränke, gefährde die demokratische Bildung künftiger Generationen, heißt es in der Erklärung. Deshalb müssten Gedenkorte sicher finanziert und zeitgemäß ausgestattet werden.
In Sachsen wird der 8. Mai auf Betreiben der Linken zum zweiten Mal als offizieller Gedenktag begangen. Die Partei betont, der Tag dürfe kein bloßes Ritual sein, sondern müsse mit Leben erfüllt werden. Viele Menschen blickten auch heute mit Freude und Dankbarkeit auf dieses Datum. Zugleich dürfe nicht vergessen werden, dass im Tag der Befreiung das Leid und der Tod von Millionen Menschen nachwirkten.
Unterzeichnet wurde die Erklärung von den Parteivorsitzenden Anja Eichhorn und Marco Böhme sowie von Fraktionschefin Susanne Schaper. Sie verweisen darauf, dass die Erinnerung an die Verbrechen des faschistischen Deutschlands ebenso wachgehalten werden müsse wie die Erinnerung an jene, die diese Verbrechen beendet hätten.
Die Linke verbindet den Gedenktag auch mit einem politischen Auftrag für die Gegenwart. Nach ihrer Auffassung müsse verhindert werden, dass die extreme Rechte wieder Einfluss auf die Gesetzgebung erhält. Der Grundsatz, dass alle Menschen gleichermaßen wertvoll seien, dürfe nicht relativiert werden. Rechtsextremes Denken müsse mit demokratischen Mitteln bekämpft werden.
Auch Sachsens Sozialministerin Petra Köpping betonte die Bedeutung des 8. Mai für die Gegenwart. Der Tag stehe nicht nur für das Ende von Krieg und Gewaltherrschaft, sondern auch für die Befreiung Deutschlands und Europas vom Nationalsozialismus. Zugleich sei er ein Appell, Demokratie aktiv zu schützen.
Köpping erklärte, Frieden, Freiheit und Menschenrechte seien keine Selbstverständlichkeiten. Sie bräuchten Engagement, Solidarität und eine starke Zivilgesellschaft. Der Staat müsse dafür sichere und gute Rahmenbedingungen schaffen. Der gesellschaftlichen Spaltung wolle man mit Dialog, Bildung und sozialer Gerechtigkeit begegnen.