Dresden/Leipzig - Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr hat Vertreter der Städte Leipzig und Markkleeberg sowie des Landkreises Leipzig über den aktuellen Planungsstand zur Agra-Brücke informiert. Im Mittelpunkt des Austauschs am 28. April 2026 in der Niederlassung Leipzig stand das geplante Abbruchkonzept für den westlichen Brückenteil.
Der betroffene Überbau soll schrittweise zurückgebaut werden. Nach Angaben des LASuV geht es dabei darum, die Belastungen für Verkehr, Umwelt und den denkmalgeschützten Agra-Park möglichst gering zu halten.
Grund für den geplanten Rückbau ist die Spannungsrisskorrosion am westlichen Überbau der Agra-Brücke. Für das Abbruchkonzept hat das LASuV verschiedene Faktoren bewertet. Dazu zählen der erforderliche Ausrüstungsaufwand, die technische Machbarkeit, mögliche Projektrisiken, Kosten sowie Auswirkungen auf Umwelt und Verkehr.
Auf Grundlage dieser Analyse soll der Rückbau mithilfe einer Vorschubrüstung und Sägeschnitten erfolgen. Dieses Verfahren eignet sich nach bisherigen Untersuchungen besonders, um Lärm- und Staubbelastungen sowie Eingriffe in den Agra-Park zu reduzieren. Zugleich ermöglicht es einen kontrollierten, schrittweisen und erschütterungsarmen Rückbau.
Gerade wegen der bestehenden Spannungsrisskorrosion ist ein erschütterungsarmes Vorgehen nach Angaben des LASuV ein wichtiger Vorteil.
Für das geplante Verfahren wird zwischen jeweils zwei Brückenstützen eine Vorschubrüstung auf dem bestehenden Überbau errichtet. Auf dieser Konstruktion werden die rund 21 Meter langen Brückenfelder mit einer abgedeckten Seilsäge zerteilt.
Jedes Brückenfeld soll dabei in 10 bis 15 einzelne Betonscheiben geschnitten werden. Diese Betonteile werden anschließend kontrolliert abgelassen, verladen und abtransportiert. Die Abdeckung der Säge soll zusätzlich dazu beitragen, Staub- und Lärmemissionen zu verringern.
Ein weiterer Vorteil des gewählten Verfahrens liegt nach Angaben des LASuV darin, dass die herausgesägten Betonteile genauer untersucht werden können. Dabei geht es insbesondere um die darin enthaltenen Spannglieder.
Durch diese Untersuchungen kann das Landesamt weitere Erkenntnisse über den tatsächlichen Zustand des Bauwerks gewinnen. Bei einer Sprengung oder einem konventionellen Abbruch wäre dies nur eingeschränkt möglich.
Nach aktuellem Stand rechnet das LASuV für die Abbrucharbeiten mit einer Dauer von acht bis zehn Monaten. Eine längerfristige Vollsperrung der B 2 ist dabei voraussichtlich nicht erforderlich.
Welche Verkehrseinschränkungen konkret notwendig werden, soll im Zuge der weiteren Vorbereitung abgestimmt und rechtzeitig bekannt gegeben werden. Die Ausschreibung für den Abbruch soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.