Di., 18.11.2025 , 09:16 Uhr

Flughafenchef sieht trotz Problemen Zukunft für Leipzig/Halle und Dresden.

Ahmelmann: Zwei Flughäfen bleiben in Sachsen

Trotz hoher Kosten und weniger Passagieren hält Flughafenchef Götz Ahmelmann an beiden Standorten fest – und sieht Chancen durch Dresdens Chipindustrie und Leipzigs Fracht.

Leipzig/Dresden – Die Mitteldeutsche Flughafen AG sieht trotz finanzieller Herausforderungen weiterhin eine Zukunft für beide sächsischen Flughäfen. Vorstandschef Götz Ahmelmann betonte in einem Podcast von „Sächsischer Zeitung“ und „Leipziger Volkszeitung“, dass sowohl Leipzig/Halle als auch Dresden erhalten bleiben sollen. „Sachsen wird weiter zwei Flughäfen haben“, sagte er.

Die Lage sei jedoch angespannt. Ahmelmann spricht von einer „sehr, sehr schwierigen Situation im Luftverkehr“. Zu den größten Belastungsfaktoren zählen gestiegene Kosten sowie weiter rückläufige Passagierzahlen. Besonders deutlich sei der Einbruch bei Geschäftsreisen im innerdeutschen Verkehr nach der Corona-Pandemie spürbar.

Um gegenzusteuern, arbeitet die Mitteldeutsche Flughafen AG an einem umfassenden Sanierungskurs. Ziel sei es, bis 2026 erstmals wieder ein operativ positives Ergebnis zu erzielen. Geplant sind unter anderem Einsparungen bei Sachkosten, zusätzliche Erlöse und ein signifikanter Personalabbau. Insgesamt sollen 172 Stellen wegfallen, darunter 60 betriebsbedingte Kündigungen. „Wir hätten es am liebsten ganz vermieden. Aber das ist uns am Ende nicht ganz gelungen“, so Ahmelmann.

Trotz der Einschnitte bleibt der Blick nach vorn optimistisch. Der Vorstandschef sieht insbesondere Chancen durch den Ausbau der Chipindustrie in Dresden. Internationale Nachfrage könne dadurch steigen und dem dortigen Flughafen zusätzlichen Schub geben. Der Flughafen Leipzig/Halle profitiere zudem weiterhin von seiner Doppelrolle als Tourismus- und Frachtstandort – ein Modell, das sich insbesondere im Frachtbereich bereits seit Jahren als robust erwiesen hat.