Mi., 07.01.2026 , 09:00 Uhr

Sachsen verzeichnet stärkeren Rückgang als der Bund

Alkoholvergiftungen bei Jugendlichen sinken

Immer weniger Jugendliche müssen wegen Alkoholvergiftung ins Krankenhaus. In Sachsen ist der Rückgang stärker als im Bundesdurchschnitt.

Dresden - Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die wegen einer Alkoholvergiftung stationär behandelt werden müssen, ist in Sachsen weiter gesunken. Im Jahr 2024 wurden im Freistaat 807 Fälle registriert. Betroffen waren 444 Jungen und 363 Mädchen. Das geht aus aktuellen Daten des Statistischen Landesamtes hervor, die von der DAK-Gesundheit ausgewertet wurden.

Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Rückgang von 8,7 Prozent. Damit fiel der Rückgang in Sachsen stärker aus als im bundesweiten Durchschnitt. In ganz Deutschland wurden 2024 insgesamt 8.781 Jugendliche mit Alkoholvergiftung gezählt – ein Minus von 5,3 Prozent gegenüber 2023. Bundesweit handelt es sich um den niedrigsten Stand seit 25 Jahren.

Langfristiger Vergleich zeigt deutliche Entspannung

Ein Blick auf die vergangenen Jahre verdeutlicht die Entwicklung: Bis einschließlich 2019 war die Zahl der 10- bis 19-Jährigen mit Alkoholrausch in Sachsen noch kontinuierlich gestiegen. Von 1.177 Fällen im Jahr 2017 erhöhte sich die Zahl über 1.231 auf einen Höchststand von 1.266 im Jahr 2019. Im Vergleich dazu wurden 2024 mehr als ein Drittel weniger Fälle registriert.

Sozialministerin mahnt trotz positiver Zahlen

Trotz der positiven Entwicklung warnt Sachsens Sozialministerin Petra Köpping davor, die Zahlen als Entwarnung zu verstehen. Neues auszuprobieren und Grenzen zu testen gehöre zum Jugendalter dazu, erklärte die SPD-Politikerin. Gleichzeitig sei Alkohol im Alltag junger Menschen nahezu überall präsent. Verbote könnten den Reiz für einige sogar erhöhen. Wichtig sei daher, dass Jugendliche möglichst spät mit dem Alkoholkonsum beginnen und umfassend über gesundheitliche Folgen aufgeklärt werden.

Prävention bleibt zentrales Thema

Auch die DAK-Gesundheit betont, dass trotz sinkender Zahlen weiterer Handlungsbedarf besteht. Der sächsische Landeschef der Krankenkasse, Stefan Wandel, spricht von einer erfreulichen Entwicklung, macht jedoch klar, dass jeder einzelne Fall einer zu viel sei.

Seit 2010 engagiert sich die Krankenkasse gemeinsam mit dem Sozialministerium mit der Präventionskampagne bunt statt blau. Ziel ist es, Jugendliche in Schulen über die Risiken des sogenannten Rauschtrinkens aufzuklären – also über exzessiven Alkoholkonsum innerhalb kurzer Zeit bis hin zum Vollrausch. Auch 2024 werden wieder kreative Plakatideen von 12- bis 17-Jährigen gesucht. Nach Angaben der DAK haben sich seit Beginn der Aktion bundesweit fast 143.000 Kinder und Jugendliche daran beteiligt.