Di., 19.08.2025 , 11:23 Uhr

Staatsanwaltschaft sieht Busfahrer als Hauptverantwortlichen

Anklage nach FlixBus-Busunfall auf der A9 erhoben

Nach dem schweren FlixBus-Unfall bei Schkeuditz hat die Staatsanwaltschaft Leipzig Anklage gegen den Fahrer erhoben. Vier Menschen starben, 46 wurden verletzt.

Leipzig - Die Ermittlungen zum schweren Busunfall auf der A9 vom 27. März 2024 sind abgeschlossen. Am Morgen des Unglückstages war ein Reisebus der Firma FlixBus auf der Strecke von Berlin nach Zürich unterwegs, als er nahe Schkeuditz von der Fahrbahn abkam und auf die Seite kippte.

An Bord befanden sich 54 Personen, darunter zwei Busfahrer. Bei dem Unfall kamen vier Frauen im Alter zwischen 19 und 47 Jahren ums Leben. 46 weitere Fahrgäste erlitten Verletzungen, teils schwer.

Die Ermittlungen der Polizei und der Staatsanwaltschaft Leipzig richteten sich ausschließlich gegen den 62-jährigen tschechischen Busfahrer. Nach Auswertung zahlreicher Zeugenaussagen und eines unfallanalytischen Gutachtens geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der Fahrer die Kontrolle über den Bus aufgrund mangelnder Sorgfalt bei etwa 94 km/h verlor. Technische Defekte am Fahrzeug oder Beeinträchtigungen der Fahrtüchtigkeit durch Alkohol, Medikamente oder Drogen konnten ausgeschlossen werden.

Ende Juni 2025 erhob die Staatsanwaltschaft Anklage vor dem Amtsgericht Eilenburg. Dem Fahrer wird fahrlässige Tötung in vier Fällen sowie fahrlässige Körperverletzung in 46 Fällen vorgeworfen. Der Mann ist nicht vorbestraft.

Das Amtsgericht Eilenburg muss nun entscheiden, ob das Hauptverfahren eröffnet wird. Weitere Angaben bleiben der Hauptverhandlung vorbehalten.