In Sachsen sind so viele Waffen registriert wie nie zuvor. Nach Angaben aus dem Nationalen Waffenregister befanden sich Ende 2025 rund 157.300 Schusswaffen im Besitz von Bürgerinnen und Bürgern des Freistaats.
Das sind etwa 11.000 mehr als noch vor fünf Jahren. Allein im vergangenen Jahr kamen rund 1.700 Waffen hinzu. Auch die Zahl der Waffenbesitzer wuchs leicht auf etwa 32.800 Personen. Zuerst hatte die Freie Presse darüber berichtet.
Parallel dazu nahm auch die Zahl der waffenrechtlichen Genehmigungen zu. Insgesamt waren im vergangenen Jahr rund 94.250 Erlaubnisse registriert – etwa 1.500 mehr als im Jahr zuvor. Dabei ist zu beachten, dass eine einzelne Person mehrere Genehmigungen besitzen kann.
Regional zeigen sich deutliche Unterschiede. Mit knapp 10.000 waffenrechtlichen Erlaubnissen weist der Erzgebirgskreis sachsenweit den höchsten Wert auf. Grundlage sind Angaben des Innenministeriums als Antwort auf eine Anfrage der Linken-Landtagsabgeordneten Juliane Nagel. Am unteren Ende der Statistik liegt Chemnitz mit rund 4.200 Genehmigungen.
Besonders gefragt bleibt der Kleine Waffenschein, der das Tragen von Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen in der Öffentlichkeit erlaubt.
Dessen Zahl stieg 2025 um knapp 460 auf rund 25.200. Die meisten Inhaber gibt es in Leipzig mit mehr als 3.600 Genehmigungen.
Juliane Nagel sieht diese Entwicklung kritisch. Sie beobachte den Trend seit Jahren mit wachsender Sorge, sagte sie der Freien Presse.
Mit einem zunehmenden Interesse am Schießsport lasse sich der Anstieg kaum erklären. Vielmehr spiegelten sich darin verbreitete Unsicherheitsgefühle wider, die jedoch nicht zwangsläufig mit der realen Kriminalitätslage übereinstimmten.
Im vergangenen Jahr entzogen sächsische Behörden in knapp 150 Fällen waffenrechtliche Erlaubnisse, überwiegend wegen mangelnder Zuverlässigkeit. Besonders häufig betroffen war der Landkreis Zwickau mit 40 Fällen.
Acht der Betroffenen wurden dem rechtsextremen Spektrum zugeordnet, sechs galten als sogenannte Reichsbürger oder Selbstverwalter.
Darüber hinaus überprüften die Behörden rund 23.000 Mal die Zuverlässigkeit von Waffenbesitzern. Bei Kontrollen der Waffenaufbewahrung stellten sie bei etwa 1.200 überprüften Personen knapp 200 Verstöße fest meist im Rahmen unangekündigter Kontrollen.