Berlin - Am kommenden Montag (23. März) werden Apothekenteams in ganz Deutschland für bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen protestieren. Nach Angaben der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände sind bundesweite Apothekenschließungen sowie zentrale Kundgebungen und Demonstrationen in Berlin, München, Düsseldorf und Hannover geplant.
Hintergrund der Proteste ist nach Angaben der Apothekerschaft eine seit Jahren bestehende wirtschaftliche Belastung. Demnach sei das Apothekenhonorar zuletzt vor 13 Jahren angepasst worden, während die Betriebskosten im gleichen Zeitraum deutlich gestiegen sind. Die Apothekenteams fordern daher eine kurzfristige Erhöhung der Vergütung, um die wirtschaftliche Stabilität der Betriebe zu sichern.
Nach Einschätzung der ABDA hat die anhaltende Unterfinanzierung bereits spürbare Auswirkungen: Seit 2013 sei die Zahl der Apotheken bundesweit um rund 20 Prozent zurückgegangen. Dies führe insbesondere in ländlichen Regionen, aber auch in Städten, zu längeren Wegen für Patientinnen und Patienten.
Für den Protesttag kündigt die Apothekerschaft an, dass ein Großteil der Apotheken geschlossen bleiben wird. Gleichzeitig soll die medizinische Grundversorgung weiterhin gewährleistet werden. Bundesweit stehen laut ABDA rund um die Uhr mehr als 1.000 Notdienstapotheken zur Verfügung, um dringende Medikamentenbedarfe abzudecken.
Patientinnen und Patienten wird empfohlen, nicht akut notwendige Rezepte möglichst vor dem Protesttag oder erst wieder ab Dienstag (24. März) einzulösen. Ziel der Aktionen ist es, die Öffentlichkeit auf die wirtschaftliche Lage der Apotheken aufmerksam zu machen und politische Entscheidungen zur Stärkung der Arzneimittelversorgung anzustoßen.
Die Apothekerschaft verweist in diesem Zusammenhang auch auf politische Zusagen. Im Koalitionsvertrag von Union und SPD sei eine Anpassung des Apothekenhonorars vorgesehen. Aus Sicht der Verbände sei eine zeitnahe Umsetzung notwendig, um die Versorgung langfristig zu sichern – insbesondere vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und steigender Anforderungen im Gesundheitswesen.