Mi., 30.09.2026 , 10:21 Uhr

Im September waren rund 153.600 Menschen arbeitslos gemeldet

Arbeitslosigkeit in Sachsen geht zurück

Die Arbeitslosigkeit in Sachsen ist im September saisonbedingt gesunken. Gegenüber August waren rund 3.600 Menschen weniger arbeitslos gemeldet.

Chemnitz - Die Zahl der Arbeitslosen in Sachsen ist im September 2026 zurückgegangen. Insgesamt waren 153.564 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 3.563 beziehungsweise 2,3 Prozent weniger als im August. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Prozentpunkte auf 7,1 Prozent. Im Vergleich zum September 2025 waren allerdings 5.628 Menschen mehr arbeitslos, ein Anstieg um 3,8 Prozent.

Nach Angaben der Regionaldirektion Sachsen ist der Rückgang vor allem saisonal bedingt. Rund 10.000 Menschen nahmen im September eine neue Beschäftigung auf. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit war das die höchste Zahl für einen September seit 2017. Gleichzeitig begannen rund 2.800 junge Menschen eine Ausbildung. Auch hier wurde der höchste September-Wert seit mehr als zehn Jahren erreicht.

Trotz der positiven Entwicklung im Monatsvergleich bleibt die wirtschaftliche Lage angespannt. Nach Angaben von Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen, meldeten sich auch im September wieder viele Menschen neu arbeitslos.

Rückgang in allen sächsischen Regionen

In allen 13 Landkreisen und kreisfreien Städten Sachsens ist die Arbeitslosigkeit gegenüber August zurückgegangen. Besonders deutlich fiel der Rückgang im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit 3,9 Prozent aus. Es folgen Mittelsachsen mit 3,8 Prozent und der Landkreis Zwickau mit 3,4 Prozent.

Deutlich geringer war der Rückgang im Landkreis Meißen mit 1,1 Prozent. Im Landkreis Leipzig sowie im Vogtlandkreis sank die Arbeitslosigkeit jeweils um 1,3 Prozent.

Stadt Leipzig mit Arbeitslosenquote von 9,2 Prozent

Zwischen den Regionen bestehen weiterhin deutliche Unterschiede. Die niedrigste Arbeitslosenquote im September verzeichnete die Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit 5,3 Prozent. Die höchste Quote gab es in Chemnitz mit 10,1 Prozent.

In der Stadt Leipzig lag die Arbeitslosenquote bei 9,2 Prozent. Der Landkreis Leipzig kam auf 6,4 Prozent. Dresden lag bei 7,1 Prozent, Nordsachsen bei 7,2 Prozent.

Ältere Beschäftigte gewinnen an Bedeutung

Mit Blick auf den Internationalen Tag der älteren Menschen am 1. Oktober weist die Regionaldirektion Sachsen zudem auf die besondere Situation älterer Beschäftigter hin. In Sachsen arbeiten nach dem Stand von Dezember 2025 mehr als 388.000 Menschen im Alter von mindestens 55 Jahren bis zur Regelaltersgrenze sozialversicherungspflichtig. Ihr Anteil an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten beträgt 24 Prozent.

Gleichzeitig waren im September 2026 insgesamt 39.976 Menschen ab 55 Jahren arbeitslos gemeldet. Damit entfielen 26 Prozent aller Arbeitslosen auf diese Altersgruppe. Gegenüber dem Vorjahr waren es mehr als 1.000 Menschen zusätzlich.

Die Regionaldirektion verweist darauf, dass ältere Menschen häufig über langjährige Berufserfahrung und Qualifikationen verfügen, der Wiedereinstieg nach einem Arbeitsplatzverlust jedoch schwieriger sein kann. Unternehmen könnten deshalb stärker auf Qualifikation und tatsächliche Kompetenzen statt auf das Lebensalter achten.

Zahl der Beschäftigten sinkt

Neben der Arbeitslosigkeit entwickelt sich auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten rückläufig. Im Juli 2026 waren in Sachsen rund 1,60 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Gegenüber Juni sank die Zahl um rund 7.700 Beschäftigte. Im Vergleich zum Vorjahr waren es rund 19.200 weniger.

Je nach Branche fällt die Entwicklung unterschiedlich aus. Im Gesundheitswesen gab es gegenüber dem Vorjahr rund 2.900 zusätzliche Beschäftigte, in Heimen und im Sozialwesen waren es rund 1.700 mehr.

Die stärksten Rückgänge wurden dagegen im verarbeitenden Gewerbe registriert. Dort sank die Beschäftigung zwischen Juli 2025 und Juli 2026 um rund 10.000 Menschen. Im Handel waren es 4.600 weniger, in der Arbeitnehmerüberlassung rund 2.500.

Rund 32.000 freie Stellen gemeldet

Gleichzeitig suchen zahlreiche Unternehmen weiterhin Personal. Im September meldeten sächsische Betriebe 6.969 neue offene Stellen. Das waren 840 beziehungsweise 13,7 Prozent mehr als im August und rund 587 beziehungsweise 9,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Insgesamt waren bei Arbeitsagenturen und Jobcentern 31.917 freie Stellen gemeldet. 93 Prozent davon waren unbefristet ausgeschrieben, 87 Prozent als Vollzeitstellen. In der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit waren insgesamt mehr als 41.000 Stellen in Sachsen verfügbar.

Viel Bewegung auf dem Arbeitsmarkt

Die Zahlen zeigen zugleich eine hohe Dynamik. Im September meldeten sich 30.435 Menschen neu arbeitslos. Gleichzeitig beendeten 34.022 Menschen ihre Arbeitslosigkeit.

9.554 Frauen und Männer kamen dabei direkt aus einer Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt in die Arbeitslosigkeit. Gleichzeitig fanden 9.982 Menschen eine neue Beschäftigung und konnten sich deshalb aus der Arbeitslosigkeit abmelden.

Mehr als 183.000 Menschen in Unterbeschäftigung

Über die offiziell Arbeitslosen hinaus berücksichtigt die sogenannte Unterbeschäftigung auch Menschen, die etwa an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen oder vorübergehend arbeitsunfähig sind.

Im September zählten dazu insgesamt 183.591 Menschen. Das waren 3.057 weniger als im August, aber 5.449 mehr als im September des vergangenen Jahres. Die Unterbeschäftigungsquote lag bei 8,4 Prozent.