Di., 31.03.2026 , 10:41 Uhr

7,2 Prozent Quote – Rückgang im März, aber keine Belebung

Arbeitslosigkeit in Sachsen leicht gesunken

In Sachsen ist die Arbeitslosigkeit im März leicht gesunken. Experten sehen jedoch keine echte Frühjahrsbelebung und verweisen auf anhaltende wirtschaftliche Unsicherheiten.

Chemnitz - Die Arbeitslosigkeit in Sachsen ist im März 2026 leicht zurückgegangen. Insgesamt waren 155.767 Menschen im Freistaat ohne Arbeit. Das sind 1.771 Personen weniger als im Februar, jedoch 5.663 mehr als im März des vergangenen Jahres. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 7,2 Prozent.

Damit erreicht die Quote im langjährigen Vergleich den höchsten März-Wert seit 2017. Damals lag sie bei 7,3 Prozent.

Keine klassische Frühjahrsbelebung

Trotz des Rückgangs sehen Experten keine klare wirtschaftliche Trendwende. Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit, erklärt, dass die übliche Frühjahrsbelebung bislang ausgeblieben sei.

Der aktuelle Rückgang sei vor allem auf arbeitsmarktpolitische Maßnahmen zurückzuführen. Viele Menschen wurden durch Aktivierungsangebote, Qualifizierungen und Arbeitsgelegenheiten unterstützt. Gleichzeitig prägen wirtschaftliche Unsicherheiten weiterhin den Arbeitsmarkt. Auch mögliche Auswirkungen internationaler Krisen seien derzeit noch nicht absehbar.

Unterschiede zwischen Jobcentern und Arbeitsagenturen

Von den insgesamt 155.767 Arbeitslosen werden 95.670 Personen von Jobcentern betreut, was einem Anteil von 61,4 Prozent entspricht. Weitere 60.097 Menschen (38,6 Prozent) werden durch die Arbeitsagenturen betreut.

Im Monatsvergleich ist die Arbeitslosigkeit in den Jobcentern nahezu stabil geblieben (minus 0,1 Prozent), während sie bei den Arbeitsagenturen deutlicher um 2,8 Prozent zurückging. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Zahlen jedoch in beiden Bereichen gestiegen.

Entwicklung in Leipzig und den Regionen

Auch regional zeigt sich überwiegend ein leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit. Mit Ausnahme des Landkreises Zwickau, wo ein leichter Anstieg von 0,7 Prozent verzeichnet wurde, sank die Arbeitslosigkeit in allen anderen Regionen.

Zu den stärksten Rückgängen zählen der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (minus 2,6 Prozent), der Vogtlandkreis (minus 2,2 Prozent) sowie der Landkreis Leipzig (minus 2,0 Prozent).

Für Leipzig ergibt sich ein differenziertes Bild: Während der Landkreis Leipzig eine Arbeitslosenquote von 6,5 Prozent aufweist, liegt die Quote in der Stadt Leipzig bei 8,9 Prozent.

Große Spannweite bei den Arbeitslosenquoten

Die niedrigste Arbeitslosenquote wurde im März im Landkreis Meißen sowie in der Sächsischen Schweiz-Osterzgebirge mit jeweils 5,8 Prozent gemessen. Den höchsten Wert verzeichnet die Stadt Chemnitz mit 9,8 Prozent.

Diese Spannweite verdeutlicht die unterschiedlichen wirtschaftlichen Bedingungen innerhalb Sachsens.

Nachfrage nach Arbeitskräften steigt leicht

Im März wurden insgesamt 7.103 neue Stellen gemeldet. Das entspricht einem Anstieg von elf Prozent gegenüber dem Vormonat und rund 15,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Insgesamt sind derzeit 31.231 offene Stellen bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern gemeldet. Das sind leicht mehr als im Februar, jedoch etwas weniger als im Vorjahr.

Beschäftigung rückläufig

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist zuletzt gesunken. Im Januar 2026 waren rund 1.613.200 Menschen in Sachsen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das sind sowohl weniger als im Dezember 2025 als auch im Januar des Vorjahres.

Während in Bereichen wie Gesundheitswesen, Sozialwesen sowie bei freiberuflichen und technischen Dienstleistungen Beschäftigungszuwächse verzeichnet wurden, kam es insbesondere im verarbeitenden Gewerbe, in der Zeitarbeit sowie im Handel zu Rückgängen.

Dynamik auf dem Arbeitsmarkt

Der Arbeitsmarkt bleibt weiterhin in Bewegung. Im März meldeten sich 28.003 Menschen neu arbeitslos, während gleichzeitig 29.773 ihre Arbeitslosigkeit beendeten.

Allein 9.238 Personen wurden nach einer Beschäftigung arbeitslos, während 9.168 Menschen eine neue Stelle fanden und sich aus der Arbeitslosigkeit abmelden konnten.