Chemnitz - Die Arbeitslosigkeit in Sachsen ist im April saisonbedingt leicht zurückgegangen. Nach Angaben der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit waren im Freistaat 154.824 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Das sind 943 Menschen weniger als im März. Im Vergleich zum April des Vorjahres liegt die Zahl jedoch um 6.736 Personen höher. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 7,2 Prozent.
Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit, führt den Rückgang vor allem auf saisonale Effekte rund um Ostern zurück. Es hätten wieder mehr Menschen eine Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt aufgenommen. Zudem seien mehr Menschen mit Fördermaßnahmen unterstützt worden. Vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage seien das gute Nachrichten für den sächsischen Arbeitsmarkt.
Gleichzeitig verwies Hansen auf anhaltende Herausforderungen. Dazu zählten insbesondere der weitere Abbau der Jugendarbeitslosigkeit und der Langzeitarbeitslosigkeit. Nachhaltige Verbesserungen seien aus seiner Sicht nur möglich, wenn Unternehmen wieder stärker einstellen. Das hänge vor allem von der wirtschaftlichen Entwicklung konjunkturnaher Branchen ab.
Trotz des leichten Rückgangs im Monatsvergleich bleibt die Arbeitslosigkeit in Sachsen auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Mit einer Quote von 7,2 Prozent wurde der höchste April-Wert seit 2016 erreicht. Damals lag die Arbeitslosenquote im April bei 7,8 Prozent.
Von den 154.824 arbeitslosen Menschen in Sachsen werden 96.111 von den Jobcentern betreut. Das entspricht 62,1 Prozent. Die elf sächsischen Agenturen für Arbeit unterstützen 58.713 arbeitslose Menschen, also 37,9 Prozent.
In den Jobcentern stieg die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum März um 441 Personen, ein Plus von 0,5 Prozent. In den Arbeitsagenturen sank sie dagegen um 1.384 Personen, ein Minus von 2,3 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr wurden in beiden Rechtskreisen mehr Arbeitslose gezählt. In den Jobcentern lag das Plus bei 1.246 Personen, in den Arbeitsagenturen bei 5.490 Personen.
Regional zeigt sich ein unterschiedliches Bild. In sieben Landkreisen ging die Arbeitslosigkeit im Monatsverlauf zurück. Besonders deutlich fiel der Rückgang im Vogtlandkreis mit minus 300 Personen beziehungsweise minus 4,2 Prozent aus. Ebenfalls spürbare Rückgänge gab es im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit minus 227 Personen sowie im Erzgebirgskreis und im Landkreis Görlitz.
In Leipzig zeigte sich dagegen eine andere Entwicklung. In der Stadt Leipzig stieg die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum März um 487 Personen beziehungsweise 1,6 Prozent. Auch im Landkreis Leipzig wurde ein Anstieg verzeichnet. Dort waren 109 Menschen mehr arbeitslos gemeldet als im Vormonat.
Die niedrigste Arbeitslosenquote in Sachsen hatte im April der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit 5,6 Prozent. Es folgen Meißen mit 5,8 Prozent und der Erzgebirgskreis mit 5,9 Prozent. Die höchste Quote wurde in der Stadt Chemnitz mit 9,9 Prozent registriert. Die Stadt Leipzig lag bei 9,0 Prozent, Dresden bei 7,2 Prozent und der Landkreis Leipzig bei 6,6 Prozent.
Auch bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung zeigt sich eine rückläufige Entwicklung. Nach jüngsten Hochrechnungen waren im Februar 2026 in Sachsen 1.610.400 Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das waren 2.200 weniger als im Januar und 17.900 weniger als im Februar 2025. Das entspricht einem Rückgang von 1,1 Prozent im Jahresvergleich.
Die Entwicklung unterscheidet sich jedoch je nach Branche. Beschäftigungszuwächse gab es im Gesundheitswesen, in Heimen und im Sozialwesen sowie bei freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen. Rückgänge wurden vor allem in konjunkturnahen Bereichen verzeichnet. Besonders betroffen waren das verarbeitende Gewerbe, die Arbeitnehmerüberlassung, der Handel, der Bereich Erziehung und Unterricht, Information und Kommunikation sowie das Baugewerbe.
Die Nachfrage nach Arbeitskräften blieb im April verhalten. Die sächsischen Betriebe meldeten 6.407 neue freie Stellen. Das waren 696 weniger als im März und 243 weniger als im April des Vorjahres. Insgesamt waren bei den sächsischen Arbeitsagenturen und Jobcentern 31.788 freie Stellen gemeldet. Damit lag der Bestand an offenen Stellen um 557 höher als im März und um 1.174 höher als im April 2025.
Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit sind aktuell rund 40.000 freie Stellen in der Jobbörse der BA veröffentlicht.
Der Arbeitsmarkt in Sachsen bleibt trotz der angespannten Lage in Bewegung. Im April meldeten sich 29.529 Menschen bei einer Arbeitsagentur oder einem Jobcenter arbeitslos. Gleichzeitig beendeten 30.501 Menschen ihre Arbeitslosigkeit.
Aus einer Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt heraus meldeten sich 9.714 Frauen und Männer arbeitslos. Gleichzeitig fanden 9.980 Menschen eine neue Arbeit und konnten sich aus der Arbeitslosigkeit abmelden. Auffällig war nach Angaben der Regionaldirektion, dass die Zahl der Abmeldungen in den ersten Arbeitsmarkt im Vergleich zum März um 812 beziehungsweise 8,9 Prozent gestiegen ist.
Neben den offiziell arbeitslos gemeldeten Menschen erfasst die Bundesagentur für Arbeit auch die sogenannte Unterbeschäftigung. Dazu zählen Personen, die an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen oder vorübergehend nicht für die Vermittlung zur Verfügung stehen.
Im April betraf das in Sachsen rund 30.635 Menschen. Dazu gehörten unter anderem Teilnehmende an Aktivierungs- und Eingliederungsmaßnahmen, Menschen in beruflicher Weiterbildung, vorübergehend arbeitsunfähige Personen sowie Menschen in Arbeitsgelegenheiten.
Insgesamt umfasste die Unterbeschäftigung in Sachsen im April 185.459 Personen. Das waren 1.059 weniger als im März und 4.698 weniger als im April 2025. Die Unterbeschäftigungsquote lag bei 8,5 Prozent.