Fr., 31.07.2026 , 10:26 Uhr

155.078 Menschen ohne Job – Quote steigt auf 7,2 Prozent

Arbeitslosigkeit in Sachsen steigt im Juli

Im Juli waren in Sachsen 155.078 Menschen arbeitslos. Chemnitz verzeichnete mit 10,1 Prozent die höchste Quote, Leipzig 9,1 und Dresden 7,2 Prozent.

Chemnitz - Die Arbeitslosigkeit in Sachsen ist im Juli 2026 saisonbedingt gestiegen. Nach Angaben der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit waren 155.078 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet.

Das waren 5.108 Menschen beziehungsweise 3,4 Prozent mehr als im Juni. Gegenüber Juli 2025 stieg die Zahl um 2.967 beziehungsweise zwei Prozent. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich auf 7,2 Prozent und erreichte damit den höchsten Juli-Wert seit 2016.

Chemnitz mit höchster Quote in Sachsen

Besonders angespannt bleibt die Lage in Chemnitz. Die Stadt verzeichnete im Juli mit 10,1 Prozent die höchste Arbeitslosenquote aller sächsischen Landkreise und kreisfreien Städte.

Auch der monatliche Anstieg fiel vergleichsweise deutlich aus. Gegenüber Juni nahm die Arbeitslosigkeit in Chemnitz um 4,6 Prozent zu. Nur in Mittelsachsen war der prozentuale Anstieg mit fünf Prozent noch stärker.

Leipzig deutlich über dem Landesdurchschnitt

In der Stadt Leipzig lag die Arbeitslosenquote im Juli bei 9,1 Prozent. Damit verzeichnete Leipzig nach Chemnitz die zweithöchste Quote in Sachsen und lag deutlich über dem landesweiten Durchschnitt von 7,2 Prozent.

Für den Landkreis Leipzig wurde dagegen eine Quote von 6,5 Prozent ausgewiesen.

Dresden auf Niveau des Landesdurchschnitts

In Dresden betrug die Arbeitslosenquote im Juli 7,2 Prozent. Die Landeshauptstadt lag damit genau auf dem sächsischen Durchschnitt.

Wie in fast allen Regionen des Freistaates stieg auch in Dresden die Arbeitslosenquote gegenüber dem Vormonat. Lediglich in den Landkreisen Görlitz und Zwickau blieb die Quote unverändert.

Saisonale Gründe für den Anstieg

Die Regionaldirektion Sachsen führt die Entwicklung unter anderem auf das Ende des Schul- und Ausbildungsjahres, auslaufende Fördermaßnahmen und die Sommerpause vieler Betriebe zurück. In dieser Zeit werde häufig weniger Personal eingestellt.

Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen, bewertet den Anstieg deshalb als saisonüblich. Eine Trendwende sei zwar noch nicht erkennbar, der Abstand zu den Vorjahreswerten habe sich zuletzt jedoch verringert. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt bleibe insgesamt schwierig.

Große regionale Unterschiede

In allen 13 sächsischen Landkreisen und kreisfreien Städten stieg die Zahl der Arbeitslosen gegenüber Juni. Neben Chemnitz wurden besonders starke Zunahmen in Mittelsachsen mit fünf Prozent und im Erzgebirgskreis mit 4,4 Prozent registriert.

Die geringsten Anstiege meldeten Görlitz mit 1,1 Prozent, Zwickau mit 1,2 Prozent und Meißen mit 2,2 Prozent.

Die niedrigste Arbeitslosenquote hatte der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit 5,5 Prozent. Es folgten Meißen und der Erzgebirgskreis mit jeweils 5,8 Prozent.

Beschäftigung geht zurück

Nach den jüngsten Hochrechnungen waren im Mai 2026 rund 1.608.800 Menschen in Sachsen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das waren 18.400 beziehungsweise 1,1 Prozent weniger als im Mai 2025.

Besonders stark sank die Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe. Dort wurden im Jahresvergleich 10.000 Beschäftigte weniger gezählt. Rückgänge gab es auch im Handel, in der Zeitarbeit sowie in den Bereichen Information und Kommunikation und Erziehung und Unterricht.

Zuwächse verzeichneten dagegen das Gesundheitswesen, Heime und Sozialwesen sowie freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen.

Mehr als 32.500 freie Stellen

Im Juli meldeten sächsische Betriebe 6.680 neue freie Stellen. Insgesamt waren bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern 32.589 offene Stellen registriert.

Das waren 2.558 beziehungsweise 8,5 Prozent mehr als im Juli 2025. Mehr als 90 Prozent der gemeldeten Stellen waren nach Angaben der Regionaldirektion unbefristet. Knapp 90 Prozent wurden als Vollzeitstellen angeboten.

Bewegung auf dem Arbeitsmarkt

Im Juli meldeten sich 32.348 Menschen bei einer Arbeitsagentur oder einem Jobcenter arbeitslos. Gleichzeitig beendeten 27.218 Menschen ihre Arbeitslosigkeit.

Insgesamt 11.759 Frauen und Männer kamen unmittelbar aus einer Erwerbstätigkeit. Zugleich fanden 8.659 Arbeitslose eine neue Beschäftigung. Davon wechselten 7.543 Personen auf den ersten Arbeitsmarkt.