Fr., 01.08.2025 , 10:20 Uhr

Höchster Juli-Wert seit 2016

Arbeitslosigkeit in Sachsen steigt über 7 %

Chemnitz - Die Arbeitslosigkeit in Sachsen ist im Juli erneut gestiegen und liegt nun bei 7,1 Prozent. Damit überschreitet sie erstmals seit Jahren wieder die Marke von sieben Prozent. Laut Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit sind aktuell 152.111 Menschen arbeitslos gemeldet – rund 5.000 mehr als im Vormonat.

Der Anstieg ist teilweise saisonbedingt: In den Sommerferien stellen viele Unternehmen weniger ein, während Ausbildungen und Fördermaßnahmen enden. Doch auch wirtschaftliche Unsicherheiten spielen eine große Rolle. So verlieren derzeit mehr Menschen ihre Arbeit, als neue Beschäftigungen aufgenommen werden.

Mit diesem Wert erreicht Sachsen den höchsten Juli-Stand seit 2016, als die Quote bei 7,3 Prozent lag. Besonders betroffen sind Chemnitz mit 9,8 Prozent, der Kreis Görlitz mit 8,9 Prozent und die Stadt Leipzig mit 8,8 Prozent. Die niedrigsten Quoten verzeichnen die Landkreise Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (5,5 Prozent) und Erzgebirge (5,7 Prozent).

Besorgniserregend ist der Rückgang an sozialversicherungspflichtigen Jobs. Im Mai waren in Sachsen rund 13.600 Menschen weniger beschäftigt als im Vorjahr. Zuwächse gibt es zwar in den Bereichen Heime und Sozialwesen sowie im Gesundheitswesen, doch das reicht nicht aus, um die Verluste in der Industrie auszugleichen. Vor allem das Verarbeitende Gewerbe und die Zeitarbeit verzeichneten massive Rückgänge mit 8.200 beziehungsweise 5.200 Stellen weniger.

Besonders schwierig ist die Lage für junge Menschen. Viele Auszubildende werden nach erfolgreichem Abschluss nicht übernommen. Gleichzeitig befindet sich die Zahl der angebotenen Ausbildungsstellen auf einem Tiefstand.

Trotz dieser Entwicklung gibt es auch positive Signale: Allein im Juli meldeten Unternehmen fast 6.800 neue Stellen, die meisten davon unbefristet und in Vollzeit. Insgesamt umfasst die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen derzeit mehr als 40.000 offene Stellen.