Chemnitz - Die Arbeitslosigkeit in Sachsen ist zum Jahresende weiter angestiegen und hat sich der Marke von sieben Prozent angenähert. Im Dezember waren rund 148.300 Menschen ohne Arbeit. Das teilte die Bundesagentur für Arbeit über ihre Regionaldirektion Sachsen mit.
Im Vergleich zum November entspricht das einem Anstieg um 1,7 Prozent. Gegenüber dem Dezember des Vorjahres nahm die Zahl der Arbeitslosen um 5,6 Prozent zu. Die Arbeitslosenquote lag zuletzt bei 6,9 Prozent.
Der Chef der Regionaldirektion Sachsen, Klaus-Peter Hansen, bezeichnete das Jahr als „kein gutes, aber stabiles Jahr“. Die wirtschaftliche Entwicklung sowie globale Krisen und Unsicherheiten hätten sich deutlich auf den sächsischen Arbeitsmarkt ausgewirkt.
Dass der Anstieg der Arbeitslosigkeit nicht noch stärker ausfiel, führt Hansen vor allem auf das Verhalten vieler Unternehmen zurück. Zahlreiche Betriebe hätten große Anstrengungen unternommen, um ihr Fachpersonal trotz schwieriger Rahmenbedingungen zu halten. Dafür seien finanzielle Mittel, Mut und langfristige Perspektiven erforderlich gewesen.
Neben den Betrieben trugen auch die Arbeitsagenturen und Jobcenter zur Stabilisierung bei. Nach Angaben der Regionaldirektion wurde verstärkt in Qualifizierungsmaßnahmen investiert. Ziel ist es, Beschäftigte weiterzubilden und ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Ohne diese Maßnahmen wäre die Zahl der Arbeitslosen nach Einschätzung der Arbeitsverwaltung deutlich höher ausgefallen.
Ein umfassenderes Bild des Arbeitsmarktes zeigt die sogenannte Unterbeschäftigung. Sie umfasst neben den offiziell Arbeitslosen auch Personen, die beispielsweise an Weiterbildungs- oder Fördermaßnahmen teilnehmen. In Sachsen lag diese Zahl zum Jahresende bei mehr als 178.400 Menschen.
Der Trend ist nicht auf Sachsen beschränkt. Bundesweit stieg die Zahl der Arbeitslosen im Dezember gegenüber dem Vormonat um 23.000 auf rund 2,908 Millionen Menschen. Das sind 101.000 mehr als im Dezember 2024. Die bundesweite Arbeitslosenquote lag zuletzt bei 6,2 Prozent, wie die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte.