Di., 17.06.2025 , 13:01 Uhr

Massive Kürzungen im Bundeshaushalt gefährden humanitäre Hilfe im Sudan

Arche Nova: Hilfe im Sudan steht vor dem Aus

Die Dresdner Organisation Arche Nova muss ihre Nothilfe im Sudan einstellen. Angesichts von Kürzungen und geringer Spendenbereitschaft sind die Folgen für Millionen Binnenflüchtlinge dramatisch.

Die humanitäre Situation im Sudan spitzt sich weiter zu – und das trotz der gravierenden Auswirkungen auf Millionen von Binnenflüchtlingen. Eine der wenigen Organisationen, die in diesem Krisengebiet aktiv ist, ist die Dresdner Hilfsorganisation Arche Nova. Doch die Hilfe der Organisation steht jetzt vor dem Aus. Grund sind massive Kürzungen im Bundeshaushalt sowie eine „alarmierend geringe Spendenbereitschaft“, wie die Organisation mitteilt.

Seit dem Jahr 2023 erlebt der Sudan die weltweit schlimmste Krise der Vertreibung von Menschen. Laut UN-Angaben sind derzeit etwa 8,8 Millionen Menschen innerhalb des Sudan auf der Flucht. Die Mehrheit lebt in improvisierten Camps unter katastrophalen Bedingungen – ohne Zugang zu Wasser, Lebensmitteln, medizinischer Versorgung oder sanitären Einrichtungen.

Besonders dramatisch ist die humanitäre Lage für die 26 Millionen Menschen im Sudan, die von akutem Hunger betroffen sind – mehr als die Hälfte der gesamten Bevölkerung. Diese Menschen sind auf Hilfe angewiesen, und für viele von ihnen ist diese Hilfe von Organisationen wie Arche Nova die einzige Hoffnung.

Arche Nova hat sich insbesondere im Osten des Sudan engagiert. Die Organisation konzentriert sich auf die Verteilung von Hygieneprodukten und die Abfallentsorgung, was angesichts der katastrophalen hygienischen Bedingungen dringend erforderlich ist. Mit einem jüngsten Projekt zur Verbesserung der Hygienesituation konnte die Organisation innerhalb von zwei Monaten mehr als 10.000 Menschen erreichen.

Trotz dieser Erfolge stehen die Hilfsaktionen nun auf der Kippe. Die Organisation teilt mit, dass ihre Mittel fast erschöpft sind und bisher keine neuen Gelder in Aussicht stehen. Die jüngsten Kürzungen im Bundeshaushalt und der Shutdown der US-Entwicklungshilfebehörde Usaid haben die Situation weiter verschärft. Derzeit gibt es keine Perspektive für eine fortlaufende Nothilfe im Sudan. „Das Spendenaufkommen ist leider zu gering, und die öffentlichen Fördermittel sind mittlerweile erschöpft. Sollte sich keine kurzfristige Finanzierungsmöglichkeit finden, wird unser Einsatz vollständig zum Erliegen kommen“, sagt Betty Brauer, Leiterin der Abteilung Internationale Programme bei Arche Nova.

Diese Entwicklung ist nicht nur ein schwerer Rückschlag für die Helfer im Sudan, sondern auch eine katastrophale Nachricht für die Millionen von Binnenflüchtlingen, die weiterhin auf humanitäre Hilfe angewiesen sind. Ohne sofortige finanzielle Unterstützung werden die Folgen für die Bevölkerung im Sudan dramatisch sein – insbesondere im Hinblick auf den fortschreitenden Hunger und die Verbreitung von Krankheiten wie Cholera.