Berlin/Dresden. Klageverfahren gegen Asylentscheidungen dauern bundesweit wieder länger. Im ersten Halbjahr 2026 lag die durchschnittliche Verfahrensdauer nach Angaben der Bundesregierung bei 15,3 Monaten. Im Vorjahr waren es durchschnittlich 14,3 Monate, wobei für Dezember damals noch keine Daten vorlagen. Zuvor hatte sich die Dauer über mehrere Jahre verkürzt: 2021 waren es noch durchschnittlich 26,5 Monate, 2024 lag der Wert bei 16,7 Monaten.
Besonders lange müssen Betroffene derzeit in Sachsen auf eine gerichtliche Entscheidung warten. Mit durchschnittlich 20,4 Monaten verzeichnete der Freistaat im ersten Halbjahr 2026 die längste Verfahrensdauer aller Bundesländer. Niedersachsen folgte mit 20 Monaten. Deutlich schneller wurden Verfahren unter anderem in Rheinland-Pfalz mit durchschnittlich 9,2 Monaten und Bayern mit 10,7 Monaten abgeschlossen.
Als einen möglichen Grund für längere Bearbeitungszeiten nennt die Bundesregierung die gestiegene Zahl der Asylklagen. Auch die Zusammensetzung der Verfahren kann Einfluss haben. Klagen von Menschen aus Herkunftsländern mit einer komplexen politischen oder sicherheitsbezogenen Lage können eine aufwendigere Prüfung erfordern. Zum 15. August waren bundesweit 196.315 Asylklagen anhängig. Mitte Januar waren es noch 191.566 offene Verfahren gewesen.