Leipzig - In Sachsen klafft zum Start des Ausbildungsjahres eine deutliche Lücke zwischen Angebot und Nachfrage. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit gibt es derzeit 3.378 Jugendliche ohne Ausbildungsplatz, gleichzeitig sind noch 4.517 Lehrstellen unbesetzt.
Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das: Die Zahl der unversorgten Bewerberinnen und Bewerber stieg um 566 Personen (+20,1 Prozent), während die Zahl der freien Ausbildungsstellen um 1.155 (-20,4 Prozent) sank.
Viele Chancen – aber nicht im Wunschberuf
Rein rechnerisch gibt es für jede suchende Person eine Lehrstelle. Doch Unterschiede zwischen den Berufswünschen der Jugendlichen und den angebotenen Stellen, regionale Abweichungen sowie fehlende schulische oder soziale Voraussetzungen erschweren eine erfolgreiche Vermittlung.
Laut Regionaldirektion Sachsen sind über 9.000 Jugendliche bereits in eine Ausbildung eingemündet. Für die übrigen seien die Chancen weiterhin gut, sofern sie auch Alternativen zum Wunschberuf in Betracht ziehen. „Wer noch nichts hat, sollte schnellstmöglich einen Termin mit seiner Berufsberatung vereinbaren“, betont Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung.
Gefragte Wunschberufe der Jugendlichen
Am beliebtesten sind Berufe im Handel, im Büro oder rund ums Auto. Die Top-Wunschberufe der unversorgten Bewerberinnen und Bewerber in Sachsen sind:
Viele freie Stellen im Einzelhandel und Handwerk
Die meisten unbesetzten Ausbildungsstellen gibt es für:
Besonders gute Chancen bestehen in Berufen, in denen deutlich mehr Stellen als Bewerber zur Verfügung stehen. So gibt es für Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk (Fleischerei) 35 freie Lehrstellen pro Bewerber, für Werkzeugmechaniker 31 und für Beton- und Stahlbetonbauer 18.
Unterstützung für Jugendliche und Eltern
Die Bundesagentur für Arbeit unterstützt mit Beratungsangeboten vor Ort sowie mit dem neuen Online-Portal meinBERUF, das Orientierung im gesamten Berufswahlprozess bietet – von der ersten Idee über Praktika bis hin zur Bewerbung.