Die Verkehrsverbünde in Sachsen reagieren auf höhere Kosten für die Nutzung der Bahntrassen mit Kürzungen im Regionalverkehr. Nach Angaben des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO) ist der Preis, der für einen Regionalzug je gefahrenem Kilometer gezahlt werden muss, 2026 um rund neun Prozent gestiegen.
Für den VVO entstehen dadurch in diesem Jahr zusätzliche Kosten von 8,8 Millionen Euro. Der Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) beziffert seine Mehrkosten auf 5,3 Millionen Euro. Nach Angaben der Verbünde werden diese Belastungen nicht durch zusätzliche Zuschüsse von Bund oder Land ausgeglichen.
Zum Fahrplanwechsel im Dezember sollen deshalb vor allem schwächer nachgefragte Verbindungen gestrichen werden. Betroffen sind insbesondere Fahrten an Wochenenden, Feiertagen sowie während der Weihnachts- und Sommerferien.
Kürzungen sind unter anderem auf den Linien RB 80, RB 81 und RB 83 sowie auf mehreren Verbindungen im Netz der City-Bahn vorgesehen. Auch die S3 zwischen Freiberg und Dresden soll eingeschränkt werden. Sie soll künftig nur noch zwischen Dresden und Tharandt verkehren.
Auch auf anderen Strecken könnten Fahrgäste mit einem kleineren Angebot rechnen. Für die RB 71 zwischen Pirna und Sebnitz sowie die S-Bahn-Linien S1 und S2 im Raum Dresden werden ebenfalls Einschnitte diskutiert.
VVO-Geschäftsführer Burkhard Ehlen erklärte, eigentlich wolle der Verkehrsverbund sein Angebot ausbauen. Ohne zusätzliche finanzielle Unterstützung des Landes oder schnelle Entscheidungen über neue Trassenpreise auf Bundesebene seien Kürzungen jedoch kaum zu vermeiden.
Die geplanten Einschränkungen betreffen dabei sowohl den ländlichen Raum als auch den Ballungsraum Dresden.