Do., 01.10.2026 , 15:31 Uhr

Für den Südabschnitt zwischen Chemnitz und Geithain werden rund 600 Millionen Euro veranschlagt

Bahnstrecke Leipzig-Chemnitz wird teurer

Der Ausbau der Bahnstrecke Leipzig-Chemnitz wird deutlich teurer. Allein für den Südabschnitt zwischen Chemnitz und Geithain werden rund 600 Millionen Euro erwartet.

Burgstädt - Der Ausbau des Südabschnitts der Bahnstrecke Leipzig-Chemnitz wird deutlich teurer als zunächst angenommen. Nach Angaben der Deutschen Bahn werden für das Vorhaben inzwischen Gesamtkosten von rund 600 Millionen Euro veranschlagt.

2022 waren die reinen Baukosten noch mit 306 Millionen Euro angegeben worden. Hinzu kommen inzwischen unter anderem Preissteigerungen, Planungskosten und eine Risikovorsorge.

Während der Freistaat Sachsen einen Teil der Planungen finanziert, soll der eigentliche Bau nach Angaben der Deutschen Bahn vollständig aus Bundesmitteln bezahlt werden.

Genehmigungsunterlagen eingereicht

Der Südabschnitt zwischen Chemnitz und Geithain ist rund 37 Kilometer lang und in vier Planungsabschnitte unterteilt. Für den ersten Abschnitt wurden nun die Genehmigungsunterlagen beim Eisenbahn-Bundesamt eingereicht.

Damit hat das Projekt nach Einschätzung der Deutschen Bahn einen weiteren wichtigen Planungsschritt erreicht. Der Baubeginn ist derzeit für das Jahr 2032 vorgesehen. Die Arbeiten sollen bis 2034 dauern.

Zweites Gleis und Oberleitung geplant

Bis auf zwei kürzere Abschnitte soll die Strecke künftig zweigleisig ausgebaut werden. Zudem ist eine Elektrifizierung mit Oberleitung vorgesehen.

Auch Bahnhöfe und Haltepunkte sowie die Leit- und Sicherungstechnik sollen erneuert werden. Ziel ist nach Angaben der Deutschen Bahn eine leistungsfähigere Strecke, auf der künftig deutlich mehr Züge verkehren können.

Sachsens Infrastrukturministerin Regina Kraushaar erklärte, dass der Freistaat für die Planung des zweiten Gleises bereits 22 Millionen Euro bereitgestellt habe.

Wichtige Verbindung zwischen Leipzig und Chemnitz

Die Bahnstrecke verbindet den Wirtschaftsraum Chemnitz mit dem Bahnknoten Leipzig und damit auch mit dem Fernverkehr. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde infolge von Reparationsleistungen eines der beiden Gleise zurückgebaut. Bis heute ist die Strecke deshalb weitgehend eingleisig und nicht elektrifiziert.

Nach früheren Angaben ist die Verbindung regelmäßig stark ausgelastet. Störungen können sich deshalb schnell auf den gesamten Betriebsablauf auswirken.

Auch für Pendler hat die Strecke große Bedeutung. Perspektivisch wird vor allem zu den Hauptverkehrszeiten ein Halbstundentakt angestrebt.

Nordabschnitt bleibt schwieriger

Deutlich komplizierter ist die Lage beim Nordabschnitt zwischen Geithain und Leipzig. Für die rund 44 Kilometer stehen knapp 500 Millionen Euro aus Bundesmitteln für den Strukturwandel in Kohleregionen zur Verfügung.

Zuletzt wurden für das Projekt allerdings Kosten von rund 1,32 Milliarden Euro geschätzt. Deshalb wird inzwischen über eine reduzierte Ausbauvariante diskutiert.

Eine Machbarkeitsstudie sieht demnach vor, nur auf rund 24 Kilometern ein zweites Gleis zu errichten. Für die Elektrifizierung müsste zusätzlich eine andere Finanzierung gefunden werden.