Dresden - Brass, Balkanbeats, Klezmer, Afrofunk und Cumbia: Die Banda Comunale gehört seit vielen Jahren zur Dresdner Kulturszene.
Gegründet wurde die Formation 2001 zunächst als musikalischer Protest gegen Neonazi-Aufmärsche. Aus der damaligen Brassband entwickelte sich ein internationales Kollektiv aus Musikerinnen und Musikern mit unterschiedlichen kulturellen und persönlichen Hintergründen. Nach Angaben der Band standen inzwischen mehr als 600 Konzerte bei Festivals, Demonstrationen und weiteren Veranstaltungen auf dem Programm.
Eine wichtige Veränderung begann 2015: Die damalige Banda Comunale suchte gezielt nach geflüchteten Musikern und erweiterte sich zur Banda Internationale. Musiker unter anderem aus Syrien, Irak, Burkina Faso und weiteren Ländern wurden Teil des Projekts. Ziel war und ist es nach eigener Darstellung, über Musik Begegnungen zu schaffen, Vorurteile abzubauen und gesellschaftliche Teilhabe zu fördern. Seit 2021 tritt das Kollektiv wieder unter dem Namen Banda Comunale auf.
Dabei beschränkt sich die Arbeit längst nicht auf die Bühne. Mit Projekten wie „Come Together“ gehen Musikerinnen und Musiker der Banda auch in Schulen, Kitas und Jugendeinrichtungen in Sachsen. Dort entstehen gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen beispielsweise Rhythmus-, Gesangs- und Bodypercussion-Workshops, Instrumente aus Recyclingmaterialien oder elektronische Musik. Gleichzeitig werden Themen wie Diversität, Migration, Rassismus, Heimat und Verständigung aufgegriffen. Das Team besteht nach eigenen Angaben überwiegend aus professionellen Musikerinnen und Musikern sowie Musikpädagogen und bringt unterschiedliche Sprachkenntnisse und eigene Erfahrungen mit Migration und Integration ein.
Die Banda versteht ihre Musik ausdrücklich auch als gesellschaftliches Engagement. Sie positioniert sich nach eigenen Angaben gegen Rassismus, Antisemitismus, Homophobie sowie andere Formen von Menschenfeindlichkeit und unterstützt entsprechende zivilgesellschaftliche Initiativen. Neben der eigenen Konzertarbeit kooperierte das Kollektiv in den vergangenen Jahren unter anderem mit kulturellen und pädagogischen Einrichtungen in Dresden und Sachsen.
Eine besondere Verbindung besteht auch zu den Interkulturellen Tagen in Dresden. Die Banda Comunale steht mit ihrer Arbeit beispielhaft für viele der Themen, die dort im Mittelpunkt stehen: kultureller Austausch, Mehrsprachigkeit, Begegnung und gesellschaftliches Miteinander. Gerade zum diesjährigen Motto „Viele Sprachen. Ein Zuhause.“ passt das internationale Ensemble, das unterschiedliche musikalische Traditionen und persönliche Geschichten auf einer Bühne zusammenbringt.
Heute stehen mehr als 20 Musikerinnen und Musiker mit Instrumenten von Trompete und Saxofon über Oud und Geige bis hin zu Percussion und elektronischen Elementen für die Banda Comunale auf der Bühne. Damit verbindet das Ensemble unterschiedliche musikalische Traditionen zu einem gemeinsamen Sound und macht kulturelle Vielfalt hörbar.