Do., 22.09.2022 , 13:40 Uhr

Bildungsdebatte im Sächsischen Landtag

Bildungsdebatte - SPD plädiert für nüchterne Analyse

Dresden - Beim Thema Bildung im Freistaat plädiert die SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag für Objektivität. Es gebe einen drastischen Personalmangel, aber noch keinen Personalnotstand.

Das sagte SPD-Fachpolitikerin Sabine Friedel in einer von der Fraktion beantragten aktuellen Stunde am Donnerstag im Parlament. Es bräuchte eine nüchterne Analyse. Wenn zehn Prozent Unterricht ausfielen, fänden 90 Prozent statt, sagte sie. Es komme darauf an, wie mit diesen 90 Prozent kreativ und effektiv umgegangen werde.

Kinder und Jugendliche müssten mit dem Wissen ausgestattet werden, was im Erwachsenenalter nötig ist. Dazu müsse es gelingen, „dass lehrplanrelevanter Stoff auch lebensrelevanter Stoff“ sei.

Kultusminister Christian Piwarz  verwies auf die Anstrengungen für mehr Bildungsqualität in den vergangenen Jahren. Dazu zählen nach seinen Angaben eine Ausweitung der Studienkapazitäten, Anreize für Lehrer, sich für Stellen in ländlichen Regionen zu verpflichten und die Verbeamtung, um im Wettbewerb der Bundesländer mithalten zu können. Der Minister verwies auch auf die Qualifizierung von Seiteneinsteigern und die Unterstützung der Schulen mit Assistenzkräften.

Die Linke kritisierte die Regierung. Sie wolle weder die Lage der Beschäftigten verbessern noch die Eltern von den Kita-Kosten entlasten, sagte Bildungspolitikerin Marika Tändler-Walenta und verwies auf den Haushaltsentwurf. „Der Freistaat muss den Kommunen mehr Geld geben, damit die Elternbeiträge sinken können und die Qualität dennoch wachsen kann.» Zudem müsse die Essensversorgung subventioniert werden. Sachsen habe es außerdem versäumt, ausreichend Nachwuchs bei den pädagogischen Fachkräfte für die frühkindliche Bildung und Entwicklung zu finden und zu qualifizieren. Aktuell fehlten rund 950 Erzieher in den Kitas. «Bis 2030 wird dieses Loch noch viel größer.“ (mit dpa)