Leppersdorf – Seit den frühen Morgenstunden ist die Polizei in Leppersdorf (Landkreis Bautzen) im Einsatz. Grund ist eine nicht angezeigte Versammlung, bei der mehrere Personen die Zufahrt zur Molkerei Sachsenmilch blockierten. Laut Polizei setzten sich die Teilnehmer gegen 5:50 Uhr auf die Zufahrtsstraße „An den Breiten“ und verhinderten so den Fahrverkehr. Einige Aktivisten klebten sich zudem auf der Fahrbahn fest. Andere standen am Straßenrand mit Bannern und Plakaten und warben für Tierliebe und vegane Ernährung.
Nach Angaben der Polizeidirektion Görlitz beteiligten sich 20 bis 30 Menschen an der Blockade, „Animal Rebellion“ selbst sprach von 50 bis 60 Teilnehmern. Die Gruppierung wirft Sachsenmilch vor, Milch aus sogenannter ganzjähriger Anbindehaltung zu verarbeiten. Bei dieser Form der Tierhaltung stehen Kühe dauerhaft angekettet an einem Platz im Stall und können sich nicht umdrehen.
Durch die Blockade konnten Zulieferer am Morgen zunächst keine Milch anliefern, eine Rettungsgasse blieb jedoch frei. Es kam zeitweise zu Staus, die nach ersten polizeilichen Maßnahmen eingedämmt werden konnten. Einsatzkräfte umliegender Reviere, des Einsatzzuges und der Verkehrspolizeiinspektion waren vor Ort. Auch ein Vertreter der Versammlungsbehörde begleitete den Einsatz. Weitere Maßnahmen werden derzeit geprüft.
Die Sachsenmilch Leppersdorf GmbH, Teil der Unternehmensgruppe Theo Müller, beschäftigt rund 3.000 Mitarbeiter und verarbeitet jährlich etwa 1,7 Milliarden Kilogramm Milch zu Produkten wie Butter, Käse, Joghurt und Trinkmilch. „Animal Rebellion“ sieht das Unternehmen als Symbol für ein System aus Tierausbeutung und Machtkonzentration und fordert, den Standort in öffentliches oder genossenschaftliches Eigentum zu überführen und ausschließlich pflanzliche Produkte herzustellen.
Der Polizeieinsatz dauert aktuell noch an.