Di., 10.03.2026 , 06:45 Uhr

Untersuchung von Verdachtspunkten am 10. März in Dresden

Bombenverdacht an Carolabrücke: Evakuierung ab Dienstagnachmittag möglich

An der Carolabrücke in Dresden werden zwei Verdachtspunkte auf Bombenblindgänger untersucht. Sollte sich der Verdacht bestätigen, könnte eine Evakuierung am 10. oder 11. März erforderlich werden.

Dresden - Im Zuge der Vorbereitungen für den Wiederaufbau der Carolabrücke in Dresden werden derzeit mögliche Kampfmittel im Baugebiet untersucht. Hintergrund ist, dass beim Abriss der Brücke im Jahr 2025 mehrere Bombenblindgänger gefunden wurden. Daher wurde vorsorglich eine Untersuchung des zukünftigen Baufeldes veranlasst.

Seit Oktober 2025 führt eine Fachfirma entsprechende Sondierungsarbeiten durch. Dabei wurden insgesamt 31 sogenannte Störstellen in einer Tiefe von zwei bis vier Metern identifiziert. Nach fachlicher Bewertung gelten 29 dieser Punkte als unkritisch. Zwei Ortungen müssen jedoch weiter untersucht werden, da hier der Verdacht auf Bombenblindgänger besteht.

Freilegung der Verdachtspunkte am 10. März

Am Dienstag, dem 10. März, sollen die beiden letzten Verdachtspunkte freigelegt werden. Ab 16 Uhr wird dafür ein Sperrkreis von 150 Metern rund um die Fundstelle eingerichtet. Zusätzlich wird die Elbe in diesem Bereich gesperrt und es gilt ein Drohnenflugverbot.

Nach der Freilegung soll geklärt werden, ob es sich tatsächlich um Kampfmittel handelt, die entschärft werden müssen. Mit einer Entscheidung wird am frühen Abend des 10. März gerechnet. Sollte sich der Verdacht nicht bestätigen, sind keine weiteren Maßnahmen erforderlich und eine Evakuierung wäre nicht notwendig.

Die Bevölkerung soll am Abend des 10. März über das Ergebnis informiert werden. Falls kurzfristig eine Evakuierung erforderlich wird, soll auch das Sirenen-Warnsystem der Landeshauptstadt Dresden aktiviert werden.

Evakuierung am 10. oder 11. März möglich

Bestätigt sich der Verdacht auf einen Bombenblindgänger, wird abhängig von der Lage entschieden, ob eine Evakuierung noch am Abend des 10. März oder erst am Folgetag, dem 11. März, durchgeführt wird.

Der geplante Evakuierungsradius beträgt grundsätzlich 1.000 Meter rund um die Fundstelle. Lediglich im Bereich der Kreuzung Güntzstraße und Pillnitzer Straße wurde der mögliche Evakuierungsbereich leicht angepasst.

Notunterkunft in der Messe Dresden

Für den Fall einer Evakuierung richtet die Stadt Dresden eine Notunterkunft in der Messe Dresden ein. Um die Erreichbarkeit zu gewährleisten, planen die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) am 11. März zusätzliche Transportangebote.

Zwischen 7 und 9 Uhr sollen Busse und erstmals auch Straßenbahnen im etwa 20-Minuten-Takt zur Messe Dresden fahren.

Die Busroute führt über folgende Stationen:
Sachsenplatz
Striesener Straße / Gerichtsstraße
Pirnaischer Platz / Wilsdruffer Straße (Haltestelle am Landhaus)
Messe Dresden

Auch eine Straßenbahnverbindung ist vorgesehen. Diese fährt über:
Albertplatz
Carolaplatz
Augustusbrücke (Blockhaus)
Theaterplatz

Über mögliche Umleitungen im öffentlichen Nahverkehr informieren die Dresdner Verkehrsbetriebe gesondert.

Stadt ruft zur Vorsorge auf

Die Landeshauptstadt Dresden bittet alle Menschen, die im möglichen Evakuierungsgebiet wohnen oder arbeiten, sich vorsorglich auf eine mögliche Evakuierung einzustellen. Es wird empfohlen, frühzeitig zu klären, ob im Bedarfsfall eine Unterkunft bei Freunden, Bekannten oder Verwandten möglich ist.

Im ungünstigsten Fall könne eine Evakuierung länger als 24 Stunden dauern. Für Personen ohne private Unterbringungsmöglichkeit steht die geplante Notunterkunft in der Messe Dresden zur Verfügung.