So., 08.03.2026 , 10:01 Uhr

Sondierungen ergeben zwei Verdachtsstellen am Neustädter Elbufer

Bombenverdacht an der Carolabrücke - Evakuierungen ab 9. März möglich

Bei Sondierungsarbeiten an der Carolabrücke in Dresden wurden zwei mögliche Bombenblindgänger entdeckt. Eine Entschärfung könnte in der Woche ab 9. März eine Evakuierung erforderlich machen.

Dresden - Im Zuge der Vorbereitungen für den Wiederaufbau der Carolabrücke in Dresden werden derzeit mögliche Kampfmittel im künftigen Baufeld untersucht. Hintergrund ist, dass beim Abriss der Brücke im Jahr 2025 bereits mehrere Bombenblindgänger entdeckt worden waren. Deshalb ließ die Landeshauptstadt Dresden vorsorglich eine Kampfmittelsondierung durchführen.

Die entsprechenden Untersuchungen laufen seit Oktober 2025. Eine Fachfirma identifizierte dabei insgesamt 31 sogenannte Störstellen in einer Tiefe von zwei bis vier Metern. Nach fachlicher Bewertung gelten 29 dieser Punkte als unkritisch. Zwei Ortungen müssen jedoch genauer überprüft werden, da der Verdacht besteht, dass es sich um Bombenblindgänger handeln könnte.

Arbeiten auf den Elbwiesen laufen

Seit Montag, dem 16. Februar 2026, werden auf den Elbwiesen auf der Neustädter Seite zunächst die als unkritisch eingestuften Störstellen geöffnet. Der Arbeitsbereich zwischen Elbe und Elberadweg ist mit einem Bauzaun gesichert.

Der Elberadweg sowie die Elbe bleiben während der Arbeiten weiterhin nutzbar. Wie lange die Maßnahmen genau dauern, hängt unter anderem vom Grundwasserstand und von den Witterungsbedingungen ab. Diese Faktoren können den Ablauf der Arbeiten beeinflussen. Aktuell wird davon ausgegangen, dass die Arbeiten bis Mitte März 2026 andauern.

Überprüfung der Verdachtspunkte geplant

Im Anschluss sollen – vorbehaltlich eines planmäßigen Verlaufs – ab Montag, dem 9. März 2026, die beiden Verdachtspunkte näher untersucht werden. In diesen Bereichen besteht ein begründeter Verdacht auf mögliche Bombenblindgänger.

Sollte sich dieser Verdacht bestätigen, könnte eine Entschärfung notwendig werden. In diesem Fall wäre in der 11. Kalenderwoche vom 9. bis 13. März 2026 eine Evakuierung erforderlich.

Bis zu 18.000 Menschen könnten betroffen sein

Der mögliche Evakuierungsbereich umfasst nach Angaben der Landeshauptstadt einen Radius von etwa 1.000 Metern um die mutmaßliche Fundstelle am Neustädter Ufer. Nach derzeitiger Einschätzung könnten rund 18.000 Menschen betroffen sein.

Im potenziellen Evakuierungsgebiet liegen unter anderem mehrere Landesbehörden, Gerichte, polizeiliche Einrichtungen sowie das Neue Rathaus. Auch Alten- und Pflegeheime, Kindertagesstätten und weitere soziale Einrichtungen befinden sich innerhalb dieses Bereichs.

Stadt informiert über Hotline und Internet

Die Landeshauptstadt Dresden informiert fortlaufend über den aktuellen Stand der Arbeiten. Informationen sind auf der Internetseite der Stadt sowie über die offiziellen Social-Media-Kanäle abrufbar.

Zudem wurde eine Bürgerinformationshotline eingerichtet. Sie ist unter der Telefonnummer 0351 4887666 erreichbar und steht montags bis donnerstags von 9 bis 17 Uhr sowie freitags von 9 bis 14 Uhr zur Verfügung. Der mögliche Evakuierungsbereich ist außerdem im Themenstadtplan der Stadt Dresden veröffentlicht.

Im Ereignisfall erfolgt die Warnung zusätzlich über das Modulare Warnsystem des Bundes, an das auch Warn-Apps wie NINA angeschlossen sind. Auch regionale Medien werden informiert.

Stadt ruft zur Vorbereitung auf

Die Stadt Dresden bittet Bewohner und Beschäftigte im möglichen Evakuierungsgebiet, sich vorsorglich auf eine mögliche Evakuierung in der Woche ab dem 9. März einzustellen. Es wird empfohlen, frühzeitig zu klären, ob im Bedarfsfall eine vorübergehende Unterkunft bei Freunden, Bekannten oder Verwandten möglich ist.

Eine Evakuierung könnte im ungünstigsten Fall länger als 24 Stunden dauern. Für Menschen ohne private Unterbringungsmöglichkeit soll eine Notunterkunft in der Messe Dresden eingerichtet werden.

Zugleich weist die Stadt darauf hin, dass trotz insgesamt geringer Wahrscheinlichkeit auch bereits während der laufenden Arbeiten Kampfmittel gefunden werden könnten. Sollte in einem solchen Fall eine sofortige Entschärfung erforderlich sein, wäre eine kurzfristige Evakuierung auch schon vor dem 9. März möglich.

Keine Bombenfunde auf Altstädter Seite

Die Kampfmittelsondierungen am Elbufer auf der Altstädter Seite wurden bereits Ende 2025 abgeschlossen. Dort wurden mehr als 1.300 Sondierungsbohrungen durchgeführt.

Bei der Überprüfung von rund 20 bis 30 Störstellen konnten jedoch keine Bombenblindgänger festgestellt werden.