In Dresden haben zahlreiche Menschen gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremisten zum Jahrestag der Bombardierung der Stadt im Zweiten Weltkrieg protestiert. Am Vormittag zogen drei Demonstrationszüge aus der Neustadt und der Südvorstadt zum Postplatz in der Innenstadt. Dort versammelten sich nach Schätzungen mehr als tausend Teilnehmer. Offizielle Zahlen nannte die Polizei nicht.
Am frühen Nachmittag blieb die Stimmung nach Beobachtung vor Ort weitgehend friedlich. Mehrere Parteien begleiteten das Geschehen mit parlamentarischen Beobachtern.
Gegendemonstranten versuchten an zwei Stellen, die geplante Route des rechtsextremen Aufmarschs zu blockieren. Dieser sollte um 14 Uhr am Bahnhof Dresden-Mitte beginnen. Dabei kam es vereinzelt zu Gerangel mit Polizeikräften.
Die Polizei begleitete beide Lager mit einem Großaufgebot und trennte die Versammlungen räumlich voneinander. Am Postplatz standen hinter Absperrgittern zwei Wasserwerfer bereit.
In einer Durchsage teilte die Polizei mit, für friedliche Teilnehmer bestehe keine Gefahr. Sollten jedoch Einsatzkräfte angegriffen werden, könnten die Wasserwerfer als Zwangsmittel eingesetzt werden.
Am 13. Februar 1945 und in den Tagen danach wurde Dresden durch Luftangriffe britischer und amerikanischer Bomber weitgehend zerstört. Nach Angaben einer Historikerkommission kamen dabei bis zu 25.000 Menschen ums Leben.
Rechtsextreme Gruppen instrumentalisieren den Jahrestag regelmäßig, um die deutsche Kriegsschuld zu relativieren. Für den sogenannten „Trauermarsch“ wurden in diesem Jahr rund 1.000 Teilnehmer angemeldet, nachdem im Vorjahr mehr als doppelt so viele erschienen waren.