Sa., 14.02.2026 , 08:13 Uhr

Zivilgesellschaftliche Bündnisse und Politik rufen zum Widerstand auf

Proteste gegen rechtsextremen „Trauermarsch“ in Dresden bleiben weitgehend friedlich

Mehr als tausend Menschen demonstrieren in der Innenstadt gegen den Aufmarsch von Rechtsextremen zum Jahrestag der Zerstörung Dresdens. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot im Einsatz, vereinzelt kommt es zu Rangeleien.

Demonstrationszüge zur zentralen Kundgebung

In Dresden haben zahlreiche Menschen gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremisten zum Jahrestag der Bombardierung der Stadt im Zweiten Weltkrieg protestiert. Am Vormittag zogen drei Demonstrationszüge aus der Neustadt und der Südvorstadt zum Postplatz in der Innenstadt. Dort versammelten sich nach Schätzungen mehr als tausend Teilnehmer. Offizielle Zahlen nannte die Polizei nicht.

Am frühen Nachmittag blieb die Stimmung nach Beobachtung vor Ort weitgehend friedlich. Mehrere Parteien begleiteten das Geschehen mit parlamentarischen Beobachtern.

Blockaden entlang der Aufmarschroute

Gegendemonstranten versuchten an zwei Stellen, die geplante Route des rechtsextremen Aufmarschs zu blockieren. Dieser sollte um 14 Uhr am Bahnhof Dresden-Mitte beginnen. Dabei kam es vereinzelt zu Gerangel mit Polizeikräften.

Polizei mit Großaufgebot vor Ort

Die Polizei begleitete beide Lager mit einem Großaufgebot und trennte die Versammlungen räumlich voneinander. Am Postplatz standen hinter Absperrgittern zwei Wasserwerfer bereit.
In einer Durchsage teilte die Polizei mit, für friedliche Teilnehmer bestehe keine Gefahr. Sollten jedoch Einsatzkräfte angegriffen werden, könnten die Wasserwerfer als Zwangsmittel eingesetzt werden.

Historischer Hintergrund des 13. Februar

Am 13. Februar 1945 und in den Tagen danach wurde Dresden durch Luftangriffe britischer und amerikanischer Bomber weitgehend zerstört. Nach Angaben einer Historikerkommission kamen dabei bis zu 25.000 Menschen ums Leben.

Rechtsextreme Gruppen instrumentalisieren den Jahrestag regelmäßig, um die deutsche Kriegsschuld zu relativieren. Für den sogenannten „Trauermarsch“ wurden in diesem Jahr rund 1.000 Teilnehmer angemeldet, nachdem im Vorjahr mehr als doppelt so viele erschienen waren.