Dresden - In den größten Städten Sachsens beginnt in diesen Tagen die Brunnensaison. In Leipzig, Dresden und Chemnitz werden insgesamt mehr als 100 Brunnenanlagen nach der Winterpause wieder in Betrieb genommen. Die Städte teilten mit, dass die Anlagen bereits geprüft und gereinigt wurden.
In Leipzig startete die Saison bereits: Die moderne Fritz-von-Harck-Anlage am Bundesverwaltungsgericht wurde wieder eingeschaltet. Insgesamt sollen in der Messestadt 26 städtische Wasserspiele laufen. Dazu zählen unter anderem der Mendebrunnen am Augustusplatz, die „Pusteblumen“ am Richard-Wagner-Platz sowie weitere Anlagen in der Innenstadt. Die Brunnen prägen das Stadtbild und gelten als wichtige Aufenthaltsorte, besonders in den warmen Monaten.
Gleichzeitig weist die Stadt darauf hin, dass das Baden in den Brunnen nicht erlaubt ist. Die Wasserqualität entspricht nicht den Anforderungen an Badegewässer. Zudem handelt es sich häufig um denkmalgeschützte Anlagen, deren empfindliche Technik und Bausubstanz durch Nutzung beschädigt werden können.
Auch finanziell stellen die Wasserspiele eine Herausforderung dar. In Leipzig beliefen sich die Kosten für Betrieb und Unterhaltung im vergangenen Jahr auf rund 350.000 Euro. Um die Anlagen langfristig zu sichern, werden weiterhin sogenannte Brunnenpatenschaften gesucht. Bürger und Unternehmen können sich dabei finanziell beteiligen.
In Dresden beginnt die Brunnensaison etwas später. Ab Mai sollen dort rund 94 Anlagen – darunter Spring- und Trinkwasserbrunnen – in Betrieb gehen. In den vergangenen Jahren wurde das Angebot sogar erweitert. Allerdings steht die Finanzierung unter Druck: Aufgrund einer Haushaltssperre sind die notwendigen Mittel bislang noch nicht vollständig freigegeben. Für eine komplette Saison werden Kosten zwischen 390.000 und 700.000 Euro veranschlagt.
In Chemnitz sind bereits seit Ende März erste Brunnen aktiv. Weitere Anlagen folgen schrittweise bis Ende Mai. Insgesamt sollen 25 Zier- und Kunstbrunnen betrieben werden. Sechs Anlagen bleiben jedoch außer Betrieb, da Sanierungsbedarf besteht und die Technik veraltet ist. Für das Jahr 2026 sind rund 205.000 Euro für die Unterhaltung eingeplant.
Neben ihrer gestalterischen Funktion erfüllen Brunnen auch eine wichtige Rolle für das Stadtklima. Gerade in dicht bebauten Innenstädten tragen sie zur Abkühlung bei und verbessern die Aufenthaltsqualität. Zudem gelten sie als fester Bestandteil des Stadtbildes und als Anziehungspunkt für Besucher.