Sachsen wird als Reiseziel für Camper zunehmend attraktiver. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes ist die Zahl der Übernachtungen auf sächsischen Campingplätzen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Während 2015 noch knapp 636.000 Übernachtungen gezählt wurden, lag der Wert im Jahr 2025 bereits bei knapp 1,1 Millionen. Damit zeigt sich, dass Urlaub mit Zelt, Caravan oder Wohnmobil auch im Freistaat an Bedeutung gewinnt.
Die Zahl der Campingplätze hat sich in diesem Zeitraum dagegen kaum verändert. 2015 wurden in Sachsen 104 Campinganlagen erfasst, im vergangenen Jahr waren es 107. Berücksichtigt werden dabei nur Plätze mit mindestens zehn Stellmöglichkeiten. Hinzu kommen im Freistaat rund 150 weitere Stellplätze speziell für Wohnmobile.
Die Campingsaison in Sachsen beginnt in der Regel im April und läuft bis Oktober. Viele Plätze haben ihre Saison inzwischen eröffnet. Gleichzeitig gibt es erste Versuche, das Angebot über die klassischen Monate hinaus auszuweiten. So bietet etwa der Campingplatz am Kulkwitzer See in Leipzig seit November erstmals Möglichkeiten für Wintercamping an.
Auch tourismuspolitisch rückt das Thema stärker in den Fokus. Im Masterplan Tourismus des Freistaates, der nach den Einschnitten der Corona-Krise aufgestellt wurde, gelten Camping- und Wohnmobilreisen als Wachstumsbereich. Ziel ist es demnach, mit qualitativ hochwertigen Anlagen und Stellplätzen zusätzliche Gäste nach Sachsen zu holen.
Im bundesweiten Vergleich bleibt Sachsen trotz des Aufwärtstrends jedoch eher im Mittelfeld. Der Anteil der Übernachtungen auf Campingplätzen an allen touristischen Übernachtungen lag zuletzt bei knapp 5,6 Prozent. Deutschlandweit betrug dieser Wert nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2025 dagegen 9,0 Prozent.
Für Urlauber könnte Sachsen auch wegen der Kosten interessant sein. Laut einer Preisanalyse des ADAC gehört der Freistaat zu den günstigeren Campingländern in Deutschland. Eine Familie mit zwei Erwachsenen und einem Kind zahlt in der Hochsaison 2026 demnach im Schnitt 39 Euro pro Nacht. Das liegt unter dem bundesweiten Durchschnitt von 41 Euro.