Do., 16.04.2026 , 10:01 Uhr

Kompromiss soll Verkehr und Förderung sichern

Campuslinie: Lösung für Wasaplatz steht

Für die Campuslinie in Dresden liegt eine neue Lösung am Wasaplatz vor. Sie soll Verkehr verbessern und die Förderfähigkeit des Gesamtprojekts sichern.

Dresden - Die Stadtverwaltung Dresden hat am 15. April 2026 eine überarbeitete Lösung für die Verkehrsführung am Wasaplatz im Zuge der geplanten Campuslinie vorgestellt. Der Vorschlag wurde dem Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Liegenschaften präsentiert und soll einen Kompromiss zwischen den Anforderungen verschiedener Verkehrsteilnehmer darstellen.

Die Campuslinie ist ein zentrales Infrastrukturprojekt im Dresdner Süden. Sie soll die Technische Universität Dresden besser an das Straßenbahnnetz anbinden und gleichzeitig die stark frequentierte Buslinie 61 entlasten. Bereits zwei Abschnitte der Strecke wurden umgesetzt, ein weiterer Bauabschnitt an der Nossener Brücke soll im Sommer beginnen. Der Abschnitt zwischen Nürnberger Platz und Wasaplatz gilt als letzter noch offener Teil.

Überarbeitung der bisherigen Planung

Die ursprünglich beschlossene Vorplanung wurde überarbeitet, da nicht alle Verkehrsarten ausreichend berücksichtigt waren. Insbesondere fehlte eine Radverkehrsanlage entlang der Caspar-David-Friedrich-Straße in Richtung Wasaplatz. Diese wurde nun ergänzt.

Bereits eine Verkehrsuntersuchung aus dem Jahr 2024 hatte gezeigt, dass die Verkehrsqualität am Wasaplatz sowohl für den öffentlichen Nahverkehr als auch für den motorisierten Individualverkehr unzureichend ist. Als zentrale Herausforderung gilt die hohe Auslastung des ÖPNV mit bis zu 66 Fahrten pro Stunde sowie die komplexe bauliche Situation vor Ort.

Neue Variante als Kompromisslösung

Die jetzt vorgestellte Lösung basiert auf weiteren Prüfungen und Verkehrssimulationen. Ziel war es, eine Variante zu entwickeln, die sowohl die Verkehrsqualität verbessert als auch Einschränkungen für einzelne Verkehrsträger möglichst gering hält.

Kernpunkte der vorgeschlagenen Verkehrsführung sind:

Die Untersuchungen zeigen, dass insbesondere die Herausnahme des Kfz-Verkehrs aus dem Haltestellenbereich entscheidend für eine Verbesserung der Verkehrsqualität ist. Ohne diese Maßnahme würde sich die Situation für ÖPNV und Individualverkehr deutlich verschlechtern.

Bedeutung für Gesamtprojekt und Förderung

Die Umsetzung dieses Abschnitts ist entscheidend für das Gesamtprojekt der Campuslinie. Nur wenn alle Teilstücke realisiert werden, können die angestrebten Effekte für die Verkehrsentwicklung erreicht und die Voraussetzungen für die Bundesförderung erfüllt werden.

Für das Gesamtprojekt wurden Fördermittel des Bundes in Höhe von 129,6 Millionen Euro sowie zusätzliche Landesmittel von 15,7 Millionen Euro beantragt.

Neben der besseren Anbindung der TU Dresden soll die Campuslinie künftig auch den geplanten „Wissenschaftsstandort Ost“ erschließen. Darüber hinaus spielt das Projekt eine Rolle im Hinblick auf die geplante Bundesgartenschau 2033 und die langfristige Verkehrsentwicklung im Dresdner Süden.