Chemnitz - In Chemnitz wird am 5. März erneut der Chemnitzer Friedenstag begangen. Initiativen, Vereine und Kirchen gestalten dazu ein umfangreiches Programm in der Stadt. Anlass ist der Jahrestag der Luftangriffe vom 5. März 1945, bei denen große Teile der Innenstadt zerstört wurden. Rund 2.100 Menschen kamen dabei ums Leben.
Der Friedenstag soll sowohl an die Opfer des Zweiten Weltkriegs erinnern als auch Raum für Diskussionen über aktuelle Konflikte und den Wert von Frieden schaffen. Nach Angaben der Arbeitsgruppe Chemnitzer Friedenstag geht es darum, die Erinnerung wachzuhalten und gleichzeitig Perspektiven für ein respektvolles Miteinander in Gegenwart und Zukunft aufzuzeigen.
Den Auftakt bildet am Vormittag eine Gedenkveranstaltung auf dem städtischen Friedhof. Dort wird der Opfer des Bombenangriffs von 1945 sowie aller Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht.
Im weiteren Verlauf des Tages verlagern sich die Veranstaltungen in die Chemnitzer Innenstadt. Auf einer Aktionsfläche auf dem Neumarkt sind Lesungen, Musikbeiträge, Interviews sowie Informations- und Dialogangebote geplant.
Das Programm richtet sich an Menschen unterschiedlichen Alters. So können Besucher etwa Friedenstauben basteln oder Stoffe mit Friedenswünschen bedrucken. Zudem gibt es Gesprächsangebote zu aktuellen gesellschaftlichen Fragen.
Ein Thema ist unter anderem der Missbrauch von Kindern als Soldaten in Konfliktgebieten. Darüber hinaus sollen Diskussionen mit jungen Menschen stattfinden, die sich kritisch mit der Wehrpflicht auseinandersetzen.
Parallel dazu werden im Rathaus Zeitzeugenfilme gezeigt, die an die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs erinnern. Am Nachmittag sind unter dem Titel „Friedenswege durch die Stadt“ Sternwanderungen zum Neumarkt geplant.
Dort findet um 18 Uhr die zentrale Veranstaltung des Tages statt. Sie steht unter dem Motto „Friedenstüchtig bleiben“. Anschließend soll der Friedenstag mit einem Gottesdienst sowie einem gemeinsamen Moment des Innehaltens am Abend ausklingen.
Die Veranstaltungen greifen auch aktuelle weltpolitische Konflikte auf, etwa die Kriege in der Ukraine oder im Nahen Osten. Diese Entwicklungen seien für viele Menschen Anlass zur Sorge, erklärte Sabine Kühnrich, Sprecherin der Arbeitsgruppe Chemnitzer Friedenstag.
Der Friedenstag bringe Menschen zusammen, die angesichts von Diskussionen über Aufrüstung und militärische Stärke grundlegende Fragen stellten. Dazu gehöre etwa, wo das intensive Bemühen um Frieden bleibe und wer Verantwortung für dessen Erhalt übernehme.
Auch die Rolle jedes Einzelnen stehe dabei im Mittelpunkt. Antworten auf diese Fragen seien nicht einfach, so Kühnrich. Der Wunsch nach Frieden und die Sorge um dessen Bewahrung verbinde jedoch viele Menschen an diesem besonderen Tag.
Aufgrund der zahlreichen Veranstaltungen rechnet die Stadtverwaltung ab dem Mittag mit Verkehrsbehinderungen in der Chemnitzer Innenstadt. Besucherinnen und Besucher werden gebeten, mehr Zeit für ihre Wege einzuplanen.