Di., 13.01.2026 , 09:56 Uhr

Großprojekt für neue Bahnstrecke nach Limbach-Oberfrohna

Chemnitz startet Bau des Bahnrings

Am 2. Februar 2026 beginnt in Chemnitz der Bau des Bahnrings. Das Projekt ist Teil der neuen Bahnstrecke nach Limbach-Oberfrohna.

Chemnitz - In Chemnitz beginnt eines der größten Infrastrukturprojekte der vergangenen Jahre: Am 2. Februar 2026 startet am Falkeplatz und in der Mühlenstraße offiziell der Bau des sogenannten Chemnitzer Bahnrings. Dieser bildet den ersten Abschnitt der neuen Bahnstrecke zwischen Chemnitz und Limbach-Oberfrohna und ist Teil des Chemnitzer Modell in der Ausbaustufe 4 (CM 4).

Verantwortlich für Planung und Umsetzung sind der Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) gemeinsam mit der Stadt Chemnitz und der Chemnitzer Verkehrs-AG (CVAG).

Ziel: bessere Anbindung und dichterer Takt

Mit dem neuen Bahnring soll eine moderne und leistungsfähige Schienenverbindung entstehen. Nach Angaben des VMS ist vorgesehen, Chemnitz und Limbach-Oberfrohna künftig im 30-Minuten-Takt miteinander zu verbinden. Innerhalb des Stadtgebiets sollen zwischen dem Chemnitz Center und der Innenstadt pro Richtung bis zu acht Bahnen je Stunde verkehren. Ziel ist es, den öffentlichen Nahverkehr zu stärken und die Attraktivität der Region für Einwohner, Wirtschaft und Besucher zu erhöhen.

Bauablauf und erste Einschränkungen

Während am Falkeplatz in den ersten Februarwochen vor allem bauvorbereitende Arbeiten und die Einrichtung der Baustelle im Vordergrund stehen, beginnen die Arbeiten in der Mühlenstraße direkt Anfang Februar unter Vollsperrung. Laut VMS sollen die Einschränkungen für Anwohner, Gewerbetreibende und Verkehrsteilnehmer dabei so gering wie möglich gehalten werden.

Der erste Bauabschnitt des Bahnrings erstreckt sich von der Kreuzung Brücken-, Mühlen- und Theaterstraße bis zur Kaßbergauffahrt. Dieser Abschnitt soll Ende 2027 fertiggestellt sein. Der Umbau des Falkeplatzes ist bis 2028 geplant. Der gesamte Chemnitzer Bahnring inklusive der Strecke bis zur Ermafa-Passage soll voraussichtlich bis 2030 abgeschlossen werden.

Kosten und Finanzierung

Die Kosten für die Gesamtstrecke von Chemnitz nach Limbach-Oberfrohna liegen laut VMS im mittleren dreistelligen Millionenbereich. Die Finanzierung erfolgt größtenteils aus öffentlichen Mitteln: 75 Prozent übernimmt der Bund, 15 Prozent der Freistaat Sachsen. Jeweils fünf Prozent tragen die Stadt Chemnitz und der Zweckverband Verkehrsverbund Mittelsachsen. Das Vorhaben ist zudem mit weiteren Bauprojekten koordiniert, unter anderem mit eins Energie in Sachsen und dem Entsorgungsbetrieb der Stadt Chemnitz.

Bürgerinformation und weitere Planung

Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich am 28. Januar 2026 bei einer Informationsveranstaltung im Carlowitz Congresscenter über den Bauablauf informieren. Veranstalter sind der VMS, die Stadt Chemnitz und die CVAG. Dort werden Details zu Bauphasen, Verkehrsführungen sowie zu Auswirkungen auf Bus- und Bahnverkehr vorgestellt. Bauinformationen sollen ab diesem Datum auch auf der Website des VMS abrufbar sein.

Parallel läuft seit Anfang 2025 die Planung für den weiteren Streckenverlauf über die Leipziger Straße, das Chemnitz Center bis nach Limbach-Oberfrohna. Die insgesamt rund 16 Kilometer lange Bahnlinie soll nach derzeitigem Stand Mitte der 2030er Jahre vollständig in Betrieb gehen.