Mo., 24.08.2026 , 15:02 Uhr

Innenminister Schuster sieht Sachsen weiter unter dem Bundesniveau

Clankriminalität: Schwerpunkt liegt in Leipzig

In Sachsen sind 700 bis 1.000 Menschen dem syrischen Clan-Milieu zugeordnet. Ein Schwerpunkt liegt in Leipzig. Innenminister Schuster verweist auf die Task Force Clan.

Dresden - Sachsen will den Kampf gegen sogenannte Clankriminalität fortsetzen. Innenminister Armin Schuster (CDU) sieht den Freistaat dabei weiterhin deutlich unter dem Bundesniveau. Ein besonderer Schwerpunkt der Sicherheitsbehörden liegt im Raum Leipzig.

„Unser polizeiliches Ziel ist und bleibt es, dass die Clankriminalität in Sachsen wirkungsvoll zurückgedrängt wird und damit auch weiterhin deutlich unter dem Bundesvergleich liegt“, sagte Schuster der Deutschen Presse-Agentur.

Nach Angaben des Innenministers konnte das Landeskriminalamt Sachsen frühzeitig auf Erfahrungen aus anderen Regionen Deutschlands zurückgreifen, in denen entsprechende kriminelle Strukturen bereits länger beobachtet werden.

Task Force Clan konzentriert sich auf Leipzig

Für den Raum Leipzig wurde deshalb bereits 2023 die sogenannte Task Force Clan eingerichtet. Sie arbeitet unter anderem mit Bundespolizei, Zoll, Finanzverwaltung und weiteren Sicherheitsbehörden zusammen.

Ziel ist nach Angaben Schusters ein möglichst breit angelegtes Vorgehen gegen entsprechende kriminelle Strukturen.

Das Landeskriminalamt hatte zuletzt über zunehmende Aktivitäten krimineller Familienclans aus Syrien informiert. Nach Angaben der Behörde werden zwischen 700 und 1.000 Menschen in Sachsen dem syrischen Clan-Milieu zugerechnet.

130 Menschen in Leipzig polizeilich bekannt

Ein Schwerpunkt liegt nach Angaben des LKA im Raum Leipzig. Dort seien 130 Personen aufgrund von Straftaten bei der Polizei aktenkundig.

Raiko Märtins, Leiter des Dezernats Organisierte Kriminalität und der Task Force Clan, nannte als mögliche Deliktsfelder unter anderem Drogenhandel, Geldwäsche, Steuerdelikte, Schleusungen, Betrug und illegale Finanztransaktionen.

Der Begriff „Clankriminalität“ ist allerdings umstritten. Kritiker bemängeln, dass Menschen mit Migrationshintergrund aufgrund ihrer familiären Zugehörigkeit oder Herkunft stigmatisiert werden könnten.

111 Straftaten im Jahr 2025

Für das Jahr 2025 hatte das sächsische Innenministerium insgesamt 111 Straftaten aufgeführt, die dem Bereich Clankriminalität zugerechnet wurden. Die Zahlen stammen aus einer Antwort auf eine Kleine Anfrage des AfD-Landtagsabgeordneten Carsten Hütter.

Nach diesen Angaben kam es 2025 in Sachsen zu keiner Vermögensabschöpfung im Zusammenhang mit Clankriminalität. Bei den erfassten Straftaten wurden überwiegend geringe Schadenssummen angegeben, in einzelnen Fällen lagen sie bei bis zu 20.000 Euro.

AfD kritisiert Innenministerium

Die AfD-Fraktion im Sächsischen Landtag wirft dem Innenministerium vor, das Problem zu unterschätzen. Hütter verwies dabei unter anderem auf den Juwelendiebstahl aus dem Grünen Gewölbe im November 2019.

Innenminister Schuster betont dagegen, dass Sachsen im bundesweiten Vergleich weiterhin vergleichsweise niedrigere Belastungszahlen aufweise. Die bestehenden Strukturen der Sicherheitsbehörden sollen nach seinen Angaben dazu beitragen, dass dies auch künftig so bleibt.