Der Flugzeughersteller Deutsche Aircraft hat am Flughafen Leipzig/Halle seine neue Endmontagelinie offiziell eröffnet. Rund 400 Gäste nahmen nach Angaben des Unternehmens an der Eröffnung teil. Der Standort wird künftig für die Endmontage des 40-sitzigen Turboprop-Regionalflugzeugs D328eco genutzt.
Die Produktionskapazität ist auf bis zu 48 Flugzeuge pro Jahr ausgelegt. Mit dem Hochlauf der Produktion sollen rund 250 direkte Arbeitsplätze entstehen. Damit werden erstmals seit mehr als sechs Jahrzehnten wieder komplette Flugzeuge in Sachsen gebaut.
Der neue Standort umfasst nach Angaben des sächsischen Wirtschaftsministeriums eine Fläche von rund 60.500 Quadratmetern. Dazu gehören neben der eigentlichen Endmontagelinie auch ein Flugbereitschaftshangar, ein Logistikzentrum sowie ein Verwaltungsgebäude.
Deutsche Aircraft investierte demnach mehr als 100 Millionen Euro in das Vorhaben. Der Freistaat Sachsen unterstützte die Investition mit rund 3,2 Millionen Euro aus dem Bund-Länder-Programm zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur.
Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter bezeichnete die Eröffnung als wichtiges Signal für den Industriestandort. Die Ansiedlung schaffe neue industrielle Wertschöpfung und zusätzliche Perspektiven für qualifizierte Fachkräfte.
Deutsche Aircraft verbindet mit dem neuen Standort seine bisherigen Aktivitäten in Oberpfaffenhofen bei München mit der Produktion in Leipzig. Während in Oberpfaffenhofen weiterhin Entwicklung, Flugerprobung und Zertifizierung angesiedelt bleiben, übernimmt Leipzig künftig die Endmontage, die Vorbereitung der Flugzeuge für den Betrieb sowie die Auslieferung an Kunden.
Nach Einschätzung des Wirtschaftsministeriums soll der Standort zugleich neue Anknüpfungspunkte für Zulieferer, Forschungseinrichtungen und Fachkräfte schaffen.
Sachsen blickt auf eine lange Geschichte im Flugzeugbau zurück. Bereits in den 1950er-Jahren entwickelten Ingenieure im Freistaat mit der „152“ ein deutsches Passagierflugzeug mit Strahlantrieb. Aus dieser Entwicklung gingen später unter anderem die Elbe Flugzeugwerke hervor.
Heute sind nach Angaben des Wirtschaftsministeriums rund 160 Unternehmen und Forschungseinrichtungen in der sächsischen Luft- und Raumfahrtbranche tätig. Zusammen beschäftigen sie mehr als 7.000 Menschen und erwirtschaften jährlich einen Umsatz von rund 1,4 Milliarden Euro.
Mit der neuen Endmontagelinie in Leipzig wird die bestehende Luftfahrtindustrie nun um die Fertigung kompletter Regionalflugzeuge ergänzt.