Punkt für Punkt traf so zu. Die Einstellung nach dem Debakel von München mit dem 0:6 beim Rekordmeister stimmte von Beginn an. Die Steigerung, die Werner gefordert hatte und für eine Mannschaft mit Anspruch Champions League aber auch nur selbstverständlich sein kann, war sichtbar. Auch, weil einer mit auf dem Platz war von Beginn an – auf seiner Lieblingsposition, der das Team mitriss.
«Ich könnte heute viele positive Leistungen hervorheben, aber die von Baumi spricht sicherlich Bände», sagte Werner und meinte Christoph Baumgartner, Schütze des äußerst sehenswerten 1:0 kurz nach dem Seitenwechsel mit dem Außenrist unter die Latte. Gegen die Bayern nur eingewechselt, spielte Baumgartner diesmal von Beginn an.
Bei offensiver Ausrichtung auf der 10 – dort, wo sich der 51-malige österreichische Nationalspieler am wohlsten fühlt. Aber eben auch dort, wo sonst Xavi Simons agierte. Der Wechsel des 22 Jahre alten Niederländers zu Tottenham Hotspur tags vor dem Heidenheimspiel wirkte auf Baumgartner auch wie ein wohltuender Entscheidungshelfer.
Er wolle immer spielen, betonte er. Nur war das nicht immer der Fall. Prompt kamen zuletzt Spekulationen auf, dass sich auch Baumgartner in die Premier League verabschieden könnte, Ziel Crystal Palace.
«Im Grunde genommen ist Konkurrenz immer gut», sagte Baumgartner: «Aber klar, du merkst, wenn ein Spieler geht, der einfach eine feste Größe war auf der Position und du ein Stück weit mehr auch von der Mannschaft vielleicht gebraucht wirst. Das gibt dir natürlich ein gutes Gefühl.»
Kurzum gab Baumgartner ein recht klares Bekenntnis zu RB Leipzig ab: «Ich bin hier am richtigen Ort. Ich glaube, das haben wir heute gesehen.» Auf der Tribüne dürften sich auch Red Bulls Fußball-Riege angeführt von Jürgen Klopp über Baumgartners ebenso kämpferische wie fußballfeingeistige Leistung gefreut haben. Zu sehen bekamen sie auch noch den zweiten Leipziger Treffer durch Rômulo in der Schlussphase.
2:0 – gegen eine Mannschaft wie Heidenheim, die in der vergangenen Saison erst in der Relegation dem Abstieg entronnen war, kann das für eine Mannschaft wie RB Leipzig nicht mehr als ein Pflichtsieg sein. Werner sprach von einem Schritt in die richtige Richtung. Entgangen war aber auch ihm nicht, dass die Gäste durchaus und das immer wieder mal zu Chancen gekommen waren. «In der ersten Halbzeit war es zu wild, da sind wir in den ein oder anderen Konter gelaufen», betonte der RB-Coach.