Sa., 20.06.2026 , 16:55 Uhr

Deutsch-Französischer Wirtschaftskongress

Deutsch-Französischer Wirtschaftskongress: Sachsen und Okzitanien wollen Partnerschaft vertiefen.

Leipzig. Im Rahmen des dritten Deutsch-Französischen Wirtschaftskongresses sind am Abend Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Diplomatie im Museum der Bildenden Künste Leipzig zusammengekommen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Sachsen und die südfranzösische Region Okzitanien künftig enger zusammenarbeiten können. 

Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter sieht dafür vor allem in Zukunftsbranchen großes Potenzial. Dazu zählen Luft- und Raumfahrt, Verteidigungsindustrie, Wasserstoff und Energieversorgung. Beide Regionen hätten ähnliche wirtschaftliche Strukturen, sagte Panter. Okzitanien verfüge über zwei große Städte, Sachsen über drei. Die Strukturen seien aus seiner Sicht komplementär. 

Auch Katja Meier, Mitglied des Sächsischen Landtages und frühere Europaministerin, sieht in der Partnerschaft mit Frankreich eine wichtige Chance. Sachsen müsse zwar weiterhin die direkten Nachbarn Polen und Tschechien im Blick behalten, zugleich aber auch stärker nach Westeuropa schauen. Für Leipzig werde die Zusammenarbeit unter anderem über die Städtepartnerschaft mit Lyon sichtbar. Dort liegt ein Schwerpunkt im kulturellen Austausch. Aber auch Hochschulen, Handwerk und junge Menschen könnten von internationalen Begegnungen profitieren. 

Der Wirtschaftskongress soll bestehende Verbindungen zwischen Regionen, Unternehmen und Institutionen sichern und zugleich Raum für neue Vorhaben schaffen. Panter betonte jedoch, dass zwei Tage allein nicht ausreichen. Um Ideen wirklich umzusetzen, brauche es Durchhaltevermögen und langfristige Verlässlichkeit. 

Die Kontakte zwischen Sachsen und Okzitanien reichen bereits bis ins Jahr 2020 zurück. Damals entstand bei einer Europaministerkonferenz die Idee einer engeren Regionalpartnerschaft. Inzwischen bekommt diese Partnerschaft neuen Schub. Laut Meier habe Sachsens neuer Europa-Staatssekretär Dr. Frank Pfeil angekündigt, die Regionalpartnerschaft in den kommenden Monaten konkret voranzubringen. 

Für Sachsen und Okzitanien könnte der Kongress damit ein weiterer Schritt sein, um aus politischen Kontakten konkrete Projekte zu entwickeln. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Frage, wie europäische Zusammenarbeit für Menschen vor Ort spürbar wird.