Do., 24.09.2026 , 10:19 Uhr

Gewerkschaften demonstrieren gegen Sozialabbau

DGB ruft in Leipzig zu Protest auf

Der Deutsche Gewerkschaftsbund ruft am Samstag in Leipzig zu Protesten für einen starken Sozialstaat auf. Im Mittelpunkt stehen Arbeit, Gesundheit, Rente und sichere Jobs.

Dresden - Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und seine Mitgliedsgewerkschaften wollen am Samstag, 26. September 2026, bundesweit gegen Sozialabbau protestieren. Unter dem Motto „Hart verdient! Deine Arbeit. Deine Gesundheit. Deine Rente.“ sind Kundgebungen in 15 deutschen Großstädten angekündigt. In Sachsen findet die zentrale Veranstaltung in Leipzig statt.

Kundgebung und Demonstrationen in Leipzig

In Leipzig beginnt die zentrale Kundgebung nach Angaben des DGB Sachsen um 12 Uhr auf dem Simsonplatz. Bereits ab 10.30 Uhr sollen Demonstrationen vom Volkshaus und vom Johannisplatz zum Simsonplatz ziehen. Als Redner sind unter anderem die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack sowie die sächsische DGB-Vorsitzende Daniela Kolbe angekündigt.

Der DGB fordert einen starken Sozialstaat, sichere Arbeitsplätze und gute Arbeitsbedingungen. Nach Angaben der Gewerkschaft richten sich die Proteste unter anderem gegen geplante Einschnitte bei Rente, Pflege und Krankenversicherung. Zudem fordert der DGB verlässliche Arbeitszeiten sowie eine Gesundheitsversorgung und Altersvorsorge, die für Beschäftigte bezahlbar bleiben.

DGB warnt vor Belastungen für Beschäftigte

Die sächsische DGB-Vorsitzende Daniela Kolbe sieht Beschäftigte durch den wirtschaftlichen Wandel und die schwierige Lage mehrerer Branchen unter Druck. Sie fordert eine Industriepolitik, die Unternehmen Planungssicherheit gibt und zugleich Arbeitnehmer sozial absichert.

Kolbe wendet sich außerdem gegen Forderungen nach längeren Arbeitszeiten bei gleichbleibenden oder sinkenden Löhnen und Sozialleistungen. Ihrer Ansicht nach dürften die wirtschaftlichen Probleme einzelner Branchen nicht auf Kosten der Beschäftigten gelöst werden.

Besonders in Bereichen wie Chemie, Stahl und Automobilindustrie seien die Herausforderungen groß. Viele Beschäftigte sorgten sich angesichts von Strukturwandel und wirtschaftlichen Krisen um ihre Arbeitsplätze. Nach Auffassung Kolbes müsse die Politik diese Sorgen stärker berücksichtigen.

Kritik an Renten- und Sozialpolitik

Auch bei Rente, Pflege und betrieblicher Altersvorsorge sieht die Gewerkschafterin Handlungsbedarf. Kolbe fordert unter anderem, dass mehr Menschen in Ostdeutschland von Betriebsrenten profitieren können. Auch die Finanzierung der Pflegeversicherung müsse aus ihrer Sicht langfristig gesichert werden.

Für den DGB steht der Aktionstag deshalb nicht nur unter dem Zeichen des Protests. Die Gewerkschaft verbindet ihn mit Forderungen nach sicheren Arbeitsplätzen, einer verlässlichen sozialen Absicherung und besseren Bedingungen für Beschäftigte in Zeiten wirtschaftlichen Wandels. Die Leipziger Veranstaltung ist Teil eines bundesweiten Aktionstages am 26. September.