Das Projekt ist ein Paradebeispiel dafür, wie traditionelles Handwerk und moderne Innovationen miteinander kombiniert werden können, um eine regionale Entwicklung im ländlichen Raum voranzutreiben.
Großschönau - Die Gemeinde Großschönau setzt auf die Wiederbelebung der historischen Oberlausitzer Webschule, um die textile Tradition zu bewahren und gleichzeitig die Tourismuswirtschaft zu stärken.
Im Herzen des Zittauer Gebirges und auf den Spuren einer langen Textiltradition hat sich die Gemeinde Großschönau auf den Weg gemacht, ihre kulturellen und wirtschaftlichen Perspektiven zu erweitern. Mit dem Projekt „Die Zukunft gemeinsam weben“ wird die historische Oberlausitzer Webschule, die 1871 als Ausbildungsstätte für Weber und Musterzeichner erbaut wurde, zu einem textilen Kreativzentrum ausgebaut.
Die Oberlausitzer Webschule ist mehr als nur ein Gebäude – sie ist ein bedeutendes Erbe der Region. Heute steht sie nicht nur als Kulturstätte, sondern als Ankerpunkt für die lokale Tourismuswirtschaft im Fokus. Der komplexe Gebäudekomplex, bestehend aus der Aula, der historischen Webschule, der „Skaterhalle“ und dem Shedbau, wird in mehreren Bauabschnitten renoviert und einer neuen Nutzung zugeführt.
Ein zentrales Element des Projekts ist die Einrichtung einer textilen Kreativwerkstatt, die sowohl touristische Angebote für die Region entwickelt als auch fachliche Symposien und Ausbildungsangebote im Bereich der Textiltechnologien und -materialien umfasst. In Kooperation mit Hochschulen und Bildungsträgern sollen Themen wie innovative textilen Technologien und Materialien behandelt werden. So wird die Webschule nicht nur zur Stätte der Textilkunst, sondern auch zu einem Bildungs- und Innovationszentrum.
Der erste Bauabschnitt konzentrierte sich auf die denkmalgerechte Sanierung des zweigeschossigen Aulagebäudes und die Errichtung eines barrierefreien Zugangs durch einen neuen Aufzug und Treppenhaus. Dies stellt sicher, dass das Gebäude für alle zugänglich bleibt und gleichzeitig seine historische Bedeutung gewahrt wird.
Dieses Projekt ist das Ergebnis des Zukunftsprozesses „Großschönau 2030“, an dem die Bürger intensiv beteiligt wurden. Besonders hervorzuheben ist die Auszeichnung des Projekts im Jahr 2019 mit dem Hauptpreis des Ideenwettbewerbs für den ländlichen Raum im Rahmen von simul+. Der Preis in Höhe von 450.000 Euro ermöglicht nun die Umsetzung der ersten Schritte und bringt Großschönau einen entscheidenden Schritt näher an die Vision eines innovativen und attraktiven textilen Kreativzentrums.
Das Projekt wird dazu beitragen, die touristische Infrastruktur zu stärken, neue Arbeitsplätze zu schaffen und die Region weiter zu etablieren – sowohl als Zentrum für Textilkunst als auch als Ort für Bildung und Innovation. Großschönau 2030 nimmt mit diesem Vorhaben Fahrt auf und setzt ein starkes Signal für die Zukunft.