Nach der Oberbürgermeisterwahl in Aue-Bad Schlema gehen die vom sächsischen Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften Freien Sachsen gegen das Ergebnis vor. Nach eigenen Angaben hat die Partei Einspruch eingelegt.
Der unterlegene Kandidat Stefan Hartung begründet den Schritt unter anderem mit Zweifeln am Briefwahlergebnis. Dieses hatte am Wahlabend den Ausschlag zugunsten des CDU-Kandidaten Marcus Hoffmann gegeben. Laut amtlichem Endergebnis erhielt Hoffmann 5.007 Stimmen, Hartung kam auf 4.499 Stimmen.
In einem Schreiben führt der Parteivorsitzende Martin Kohlmann mehrere angebliche Rechtsverstöße an. Unter anderem verweist die Partei auf eine aus ihrer Sicht auffällige Zahl ungültiger Stimmen in einem Briefwahlbezirk sowie auf eine angeblich nicht ordnungsgemäß versiegelte Wahlurne. Ob das Schreiben bereits beim Landratsamt des Erzgebirgskreises eingegangen ist, ist unklar.
Die Freien Sachsen werfen außerdem dem CDU-Landrat Rico Arnold einen Verstoß gegen das Neutralitätsgebot vor. Arnold hatte Hartung gegenüber Medien unter anderem als erwiesenen Extremisten bezeichnet. Der Einspruch muss nun geprüft werden. Hartung ist Mitbegründer und Vizechef der Freien Sachsen.