Dresden - Am Bahnhof Dresden-Neustadt haben die Bauarbeiten für ein neues Fahrradparkhaus offiziell begonnen. Mit dem Spatenstich am Dienstag, 15. September 2026, startete das Projekt am Schlesischen Platz. Bis Ende 2027 sollen dort insgesamt 800 sichere und witterungsgeschützte Fahrradstellplätze entstehen.
Das Gebäude wird in Holzbauweise errichtet. Durch die unmittelbare Nähe zum Bahnhof sollen vor allem kurze Wege zwischen Fahrrad sowie Zug und Bus ermöglicht werden. Damit ist das Projekt ein zentraler Bestandteil des Bike&Ride-Konzepts der Landeshauptstadt Dresden.
Der Bedarf für zusätzliche Abstellmöglichkeiten an diesem Standort besteht bereits seit mehreren Jahren. Grundlage für das Vorhaben ist das 2017 vom Dresdner Stadtrat beschlossene Radverkehrskonzept. Darin wurde ein Bedarf von 800 zusätzlichen diebstahlsicheren und witterungsgeschützten Fahrradstellplätzen festgestellt.
Baubürgermeister Stephan Kühn sieht in dem Fahrradparkhaus eine wichtige Ergänzung für den Verkehrsknoten am Bahnhof Neustadt. Sichere und verlässliche Abstellmöglichkeiten fehlten an den Dresdner Fernbahnhöfen bislang.
Mit den 800 neuen Stellplätzen solle der seit Jahren bestehende Bedarf gedeckt werden. Nach Angaben Kühns soll das Fahrradparkhaus zudem den Umstieg vom Rad auf Bus und Bahn erleichtern und damit den sogenannten Umweltverbund stärken.
Der Baubürgermeister bezeichnete das Projekt als zentrales Vorhaben des Bike&Ride-Konzepts der Stadt. Zugleich verwies er auf die finanzielle Förderung durch den Bund.
Aktuell wird unterhalb des ehemaligen Standortes der Europcar-Autovermietung die Baustelle eingerichtet. Dafür wird zunächst das Baufeld freigemacht.
Nach Angaben der Stadt wird die vorhandene Böschung abgebaggert. Außerdem werden Leitungen verlegt und der Baustellenbereich abgesichert. Die Rohbauarbeiten sollen bis zum Frühjahr 2027 abgeschlossen werden.
Anschließend beginnt der Ausbau des Gebäudes. Die vollständige Fertigstellung des Fahrradparkhauses ist für Ende 2027 vorgesehen.
Die Anlage soll nicht nur reguläre Fahrradstellplätze bieten. Vorgesehen sind auch Lademöglichkeiten für E-Bikes und Pedelecs sowie spezielle Flächen für Liege- und Lastenräder.
Für Fahrräder, die besonders geschützt abgestellt werden sollen, sind zudem Einzelboxen geplant. Schließfächer sollen die Möglichkeit bieten, persönliche Gegenstände während der Abwesenheit aufzubewahren.
Der Zugang zum Fahrradparkhaus soll auf registrierte Nutzer beschränkt werden. Dadurch soll zusätzlicher Schutz vor Vandalismus geschaffen werden.
Für die Nutzung der Stellplätze ist ein Buchungssystem geplant, dessen konkrete Ausgestaltung vom künftigen Betreiber abhängen wird. Die Landeshauptstadt Dresden will den Betrieb des Fahrradparkhauses bis Ende 2026 öffentlich ausschreiben.
Die Gesamtkosten für das neue Fahrradparkhaus liegen nach Angaben der Stadt bei rund vier Millionen Euro. Einen großen Teil davon übernimmt der Bund.
Über das Bundesförderprogramm „Fahrradparkhäuser an Bahnhöfen“ fließen rund 2,4 Millionen Euro in das Dresdner Projekt. Den verbleibenden Betrag finanziert die Landeshauptstadt insbesondere aus Stellplatzablösegebühren.
Der Dresdner Stadtrat hatte den Baubeschluss für das Fahrradparkhaus im Dezember 2024 gefasst. Mit dem Baustart im September 2026 geht das Vorhaben nun in die Umsetzungsphase.
Nach Abschluss der Arbeiten sollen am Bahnhof Neustadt insgesamt 800 zusätzliche geschützte Abstellmöglichkeiten für Fahrräder zur Verfügung stehen.