Dresden-Leuben – Wie geht es weiter mit dem Gelände der ehemaligen Staatsoperette? Nach dem verheerenden Brand des leerstehenden Gebäudes haben nun Gutachter ihre Arbeit aufgenommen. Sie sollen klären, ob Teile der Ruine noch standsicher sind – und ob eine weitere Nutzung des Areals möglich bleibt.
Die Bauaufsicht der Stadt begleitet aktuell die Begehungen. Parallel wird die Errichtung einer Dachfangeinrichtung vorbereitet, die herabfallende Gebäudeteile verhindern soll. Voraussetzung dafür ist eine eingehende Prüfung des tragenden Bauwerks.
Gebäude wird verschlossen – Sicherheitsmaßnahmen laufen
Schon in den kommenden Tagen sollen alle Zugänge zum Gebäude dauerhaft verschlossen werden. Fenster und Türen werden mit Platten gesichert. Der Gebäudekomplex steht rund um die Uhr unter Bewachung – allein die bisherigen Sicherungsmaßnahmen kosteten rund 32.000 Euro.
Bereits vor dem Brand waren Fenster im Erdgeschoss verschlossen, eine technische Überwachung war geplant. Dennoch kam es Anfang Juni zu dem folgenschweren Feuer, bei dem das denkmalgeschützte Bauwerk stark beschädigt wurde.
Stadt prüft Entwicklungsszenarien neu
Die Stadtverwaltung will Ende Juni – konkret am 26. Juni 2025 im Stadtbezirksbeirat Leuben – erste Vorschläge zum weiteren Umgang mit dem Gelände vorstellen. Grundlage ist eine Machbarkeitsstudie, die bereits 2022 auf Basis umfangreicher Bürgerbeteiligung erstellt wurde. Diese soll nun angesichts der neuen Lage erneut überprüft werden.
Was bisher geplant war
In den vergangenen Jahren wurden verschiedene Nutzungsoptionen geprüft: So war etwa der Erhalt des historischen Kopfbaues zur öffentlichen Nutzung im Gespräch, ebenso wie Zwischennutzungen für Kultur und Kreativwirtschaft. Auch eine Oberschule sowie Wohnungsbau durch die stadteigene WID waren denkbar.
Eine baustrategische Voruntersuchung aus dem Jahr 2018 bewertete den Zustand aller Gebäude auf dem Areal. Die Machbarkeitsstudie von 2021/2022 beruhte auf einem Stadtratsbeschluss und hatte das Ziel, eine zukunftsfähige Perspektive für das Areal zu entwickeln – ob diese Pläne nach dem Brand noch Bestand haben, bleibt abzuwarten.