Di., 28.04.2026 , 11:47 Uhr

Neues Quartalsblatt zeigt Entwicklungen bei Arbeit, Wohnen und Haushalten

Dresden: Mehr Teilzeit und höhere Mieten

Das neue Quartalsblatt „Dresden in Zahlen“ zeigt steigende Mieten, mehr Teilzeitbeschäftigung, zunehmende Kurzarbeit und neue Haushaltsprognosen.

Dresden - Das Quartalsblatt „Dresden in Zahlen - IV. Quartal 2025“ ist erschienen. Die neue Ausgabe der Kommunalen Statistikstelle enthält aktuelle Daten zur Entwicklung der Wohnungsmieten, zur Teilzeitbeschäftigung, zur konjunkturellen Kurzarbeit sowie zur Haushalteprognose 2025. Ergänzt wird die Veröffentlichung durch aktuelle Kurznachrichten und Quartalszahlen.

Die Daten zeigen mehrere Entwicklungen, die für die Landeshauptstadt von Bedeutung sind: Die Mieten steigen weiter, Teilzeitbeschäftigung nimmt deutlich zu, Kurzarbeit wird im Zuge der anhaltenden wirtschaftlichen Lage stärker genutzt und die Zahl der privaten Haushalte wird bis 2040 voraussichtlich weiter wachsen.

Mieten in Dresden steigen seit Jahren

Ein Schwerpunkt des Quartalsblatts ist die Mietpreisentwicklung in den Dresdner Stadtteilen. Demnach sind die Wohnungsmieten in Dresden seit Jahren deutlich gestiegen. Zwischen 2010 und 2025 erhöhten sich die Angebotsmieten um 59 Prozent. Sie lagen zuletzt bei 9,09 Euro pro Quadratmeter.

Auch die Bestandsmieten sind zuletzt stärker gestiegen. Je nach Lage bewegen sie sich zwischen 5,20 Euro und 10,60 Euro pro Quadratmeter. Günstigere Wohnungen finden sich vor allem in Plattenbaugebieten. Besonders hohe Mieten werden dagegen in zentralen und östlichen Stadtteilen aufgerufen.

Bei Neubauten zeigt sich ebenfalls ein Anstieg. Hier stiegen die Mieten von 11 Euro pro Quadratmeter im Jahr 2022 auf 12,75 Euro pro Quadratmeter im Jahr 2024. Hochpreisige Angebote konzentrieren sich vor allem in zentralen Lagen. Insgesamt werden die Unterschiede zwischen den Stadtteilen größer. Gleichzeitig ist in Teilen der Stadt weiterhin eine soziale Durchmischung erkennbar.

Mehr als jeder dritte Beschäftigte arbeitet in Teilzeit

Auch die Teilzeitbeschäftigung gewinnt in Dresden weiter an Bedeutung. Im Jahr 2025 waren 36 Prozent der rund 281.100 Beschäftigten in Teilzeit tätig. 2015 hatte der Anteil noch bei 27,5 Prozent gelegen. Der Vollzeitanteil sank im gleichen Zeitraum auf 64 Prozent.

Frauen arbeiten deutlich häufiger in Teilzeit als Männer. Sie stellen 70 Prozent der Teilzeitbeschäftigten. Besonders verbreitet ist Teilzeit in sozialen und öffentlichen Berufen. Als Gründe werden vor allem familiäre Verpflichtungen, persönliche Präferenzen und fehlende Vollzeitstellen genannt.

Laut Quartalsblatt sind Teilzeitbeschäftigte mit ihrer Arbeitssituation weniger zufrieden. Gleichzeitig engagieren sie sich häufiger ehrenamtlich. Die Entwicklung verweist auf einen strukturellen Wandel am Arbeitsmarkt. Flexible Arbeitszeitmodelle und familienfreundliche Arbeitsbedingungen gewinnen demnach weiter an Bedeutung.

Kurzarbeit nimmt in Dresden zu

Das Quartalsblatt geht außerdem auf die Entwicklung der konjunkturellen Kurzarbeit ein. In Dresden macht sich die anhaltende Wirtschaftskrise zunehmend auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Steigende Arbeitslosenzahlen und weniger Stellenangebote gehen mit einer deutlich höheren Nutzung von Kurzarbeit einher.

Im Jahr 2025 stiegen sowohl die Zahl der betroffenen Betriebe als auch die Zahl der Beschäftigten in Kurzarbeit erheblich. Besonders betroffen sind Industriebranchen wie die Herstellung elektronischer Erzeugnisse und der Maschinenbau.

Auch bundesweit bleibt das Niveau der Kurzarbeit hoch. Die Bundesregierung verlängerte deshalb die maximale Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes bis Ende 2026. Kurzarbeit kann Beschäftigung stabilisieren, ersetzt jedoch keinen wirtschaftlichen Aufschwung. Die weitere Entwicklung hängt laut Darstellung stark von Konjunktur, Strukturwandel und globalen Unsicherheiten ab.

Zahl der Haushalte soll bis 2040 steigen

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Haushalteprognose 2025. Demnach wird die Zahl der privaten Haushalte in Dresden bis 2040 voraussichtlich auf 330.900 steigen. Das entspricht einem Plus von 5,6 Prozent. Damit wächst die Zahl der Haushalte stärker als die Bevölkerung.

Treiber dieser Entwicklung ist vor allem die Zunahme von Einpersonenhaushalten. Sie werden künftig voraussichtlich mehr als die Hälfte aller privaten Haushalte ausmachen. Gleichzeitig sinkt die durchschnittliche Haushaltsgröße. Größere Haushalte gehen aufgrund demografischer Entwicklungen und niedriger Geburtenzahlen zurück.

Besonders stark wachsen die Haushaltszahlen in Stadtteilen mit intensiver Bautätigkeit. Für den Wohnungsmarkt bedeutet das eine Verschiebung des Bedarfs hin zu kleineren Wohnungen. Gleichzeitig bleibt familiengeeigneter Wohnraum knapp. Damit steht Dresden auch in den kommenden Jahren vor anhaltenden Herausforderungen auf dem Wohnungsmarkt.

Quartalsblatt kostenfrei verfügbar

Die Ausgabe „Dresden in Zahlen - IV. Quartal 2025“ kann kostenfrei unter www.dresden.de/statistik heruntergeladen werden. In gedruckter Form ist sie telefonisch unter 0351 4881100 oder per E-Mail an statistik@dresden.de bei der Kommunalen Statistikstelle erhältlich.