Dresden - Die Landeshauptstadt Dresden steht in den kommenden Jahren vor einer schwierigen finanziellen Lage. Oberbürgermeister Dirk Hilbert hat am Donnerstag, 3. September 2026, den Entwurf für den Doppelhaushalt 2027/2028 und die mittelfristige Finanzplanung bis 2031 in den Stadtrat eingebracht.
Für die Jahre 2027 und 2028 sieht der Haushaltsentwurf jeweils städtische Aufwendungen von rund 2,6 Milliarden Euro vor. Gleichzeitig plant die Stadt, das Investitionsniveau der vergangenen Jahre fortzuführen. Bis 2031 sollen insgesamt rund 1,6 Milliarden Euro investiert werden.
Zu den geplanten Vorhaben zählen unter anderem die Carolabrücke und die Campusline, das Berthold-Brecht-Gymnasium, das Berufliche Schulzentrum Elektrotechnik sowie das Schwimmbad Klotzsche. Auch Investitionen in den Wohnungsbau sind vorgesehen.
Oberbürgermeister Dirk Hilbert bezeichnete die weitere Investitionsfähigkeit als positive Botschaft des Haushaltsentwurfs. Gleichzeitig sprach er von veränderten finanziellen Rahmenbedingungen und einem Paradigmenwechsel.
Denn der Haushaltsentwurf ist nicht ausgeglichen. Für 2027 rechnet die Stadt mit einem Defizit von 217,8 Millionen Euro. Im Jahr 2028 soll sich das Minus auf 370,4 Millionen Euro erhöhen.
Nach Berechnungen der Stadt könnte das Defizit ohne Gegenmaßnahmen bis 2031 auf 839,8 Millionen Euro steigen.
Um diese Entwicklung zu verhindern, hat die Stadtverwaltung ein Haushaltsstrukturkonzept vorgelegt. Dieses soll die Ausgaben reduzieren, zusätzliche Einnahmen ermöglichen und Investitionen stärker priorisieren.
Das Konzept war bereits im Zusammenhang mit dem Doppelhaushalt 2025/2026 vom Stadtrat vorgesehen worden. Auch die Landesdirektion Sachsen hatte als Genehmigungsbehörde entsprechende Maßnahmen gefordert.
Insgesamt soll die Stadtkasse durch die geplanten Maßnahmen bis 2031 um rund 780 Millionen Euro entlastet werden.
Ein großer Teil davon soll innerhalb der Verwaltung eingespart werden. Geplant sind unter anderem effizientere Strukturen, flachere Hierarchien, eine stärkere Digitalisierung, ein damit verbundener Stellenabbau sowie eine optimierte Unterbringung der Verwaltung.
Bis 2031 sollen dadurch nach Angaben der Stadt rund 320 Millionen Euro eingespart werden.
Die Einsparungen innerhalb der Verwaltung allein reichen nach Angaben der Stadt jedoch nicht aus. Deshalb sollen auch die Einnahmen steigen.
Dazu gehören höhere Ausschüttungen aus städtischen Beteiligungen. Außerdem soll die Grundsteuer angehoben werden. Eine entsprechende Erhöhung war bereits vom Stadtrat vorgesehen.
Auch bei den Parkgebühren sind Steigerungen geplant. Hintergrund sind nach Angaben der Stadt steuerrechtliche Änderungen, die ansonsten zu sinkenden Einnahmen führen würden.
Darüber hinaus wird mit höheren Elternbeiträgen gerechnet.
Oberbürgermeister Hilbert kündigte deshalb neben Einsparungen in zahlreichen Bereichen auch spürbare finanzielle Belastungen für die Dresdner Bevölkerung an.
Als wesentlichen Grund für die angespannte Finanzlage nennt die Stadtverwaltung die wachsenden kommunalen Pflichtaufgaben.
Sie verweist dabei unter anderem auf Zahlen des Deutschen Städtetages sowie ein Gutachten des früheren sächsischen Finanzministers und Dresdner Finanzbürgermeisters Hartmut Vorjohann.
Demnach würden Bund und Länder den Kommunen zunehmend Pflichtaufgaben übertragen, ohne diese vollständig zu finanzieren. Für Dresden bedeute das, dass ein wachsender Teil der kommunalen Ausgaben fest gebunden sei und damit nicht ohne Weiteres für Sparmaßnahmen zur Verfügung stehe.
Beschlossen ist der Doppelhaushalt noch nicht. Die endgültige Entscheidung trifft der Dresdner Stadtrat.
Vorgesehen ist die Abstimmung für den 26. November 2026. Zuvor beraten die zuständigen Ausschüsse, Stadtbezirksbeiräte und Ortschaftsräte über den Entwurf.
Auch die Dresdner Bevölkerung kann sich beteiligen.
Der erste Bürgerdialog findet am 9. September 2026 von 17 bis 19.30 Uhr im Stadtforum Dresden in der Waisenhausstraße 14 statt. Oberbürgermeister Dirk Hilbert stellt dort zentrale Eckpunkte des Haushaltsentwurfs vor. Anschließend sind Fragen und Gespräche vorgesehen.
Ein zweiter Bürgerdialog ist für den 9. November 2026 ebenfalls von 17 bis 19.30 Uhr im Stadtforum geplant. Dann soll die Verwaltung über ihre Bewertung der eingegangenen Einwendungen gegen den Haushaltsentwurf informieren.
Einwohner und Abgabepflichtige der Landeshauptstadt können vom 4. bis einschließlich 23. September 2026 Einwendungen gegen den Entwurf des Doppelhaushalts einreichen.
Dafür steht auf der Internetseite der Stadt unter www.dresden.de/haushalt ein Kontaktformular zur Verfügung.
Dort kann auch der vollständige Entwurf der Haushaltssatzung 2027/2028 eingesehen werden. Zusätzlich stellt die Stadt grafisch aufbereitete Bestandteile und weitere Erläuterungen zum Haushalt bereit.