Dresden - Der Bahnhofsvorplatz Niedersedlitz soll modernisiert und als Verkehrsknotenpunkt im Dresdner Südosten aufgewertet werden. Die Landeshauptstadt plant unter anderem Verbesserungen für Straßenbahn- und Busfahrgäste sowie neue Stellplätze für Autos und Fahrräder. Über die Umsetzung muss abschließend der Dresdner Stadtrat entscheiden.
Das Amt für Stadtplanung und Mobilität hat eine Vorplanung für das Areal erarbeitet. Sie sieht einen bestandsorientierten Ausbau vor. Damit soll die Verknüpfung von S-Bahn, Straßenbahn, Bus, Fahrrad und Pkw verbessert werden. Gleichzeitig will die Stadt das Bahnhofsumfeld übersichtlicher, sicherer und attraktiver gestalten.
Ein Schwerpunkt der Planung liegt auf der Straßenbahnhaltestelle der Linie 6. Die derzeit schmalen Bahnsteige sollen verbreitert und auf eine Länge von 45 Metern erweitert werden.
Eine vollständige Neuordnung der Haltestelle ist nach Angaben der Stadt aufgrund der räumlichen Gegebenheiten nicht möglich. Die vorgesehene Lösung soll dennoch die Zugänglichkeit verbessern. Geplant sind breitere und teilweise barrierefrei gestaltete Bahnsteige.
Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn bezeichnet den Bahnhof Niedersedlitz als wichtigen Umsteigepunkt im Dresdner Südosten. Mit der geplanten Umgestaltung sollen nach Angaben der Stadt bessere Bedingungen für den öffentlichen Nahverkehr, Carsharing sowie den Fuß- und Radverkehr geschaffen werden.
Auch die Busanbindung soll neu geordnet werden. Die Haltestelle der Linien 65, 88 und 89 ist künftig direkt auf dem Bahnhofsvorplatz vorgesehen.
Dadurch sollen die Wege beim Umsteigen kürzer werden. Zudem verspricht sich die Stadt von der Verlegung eine bessere Orientierung für Fahrgäste, die zwischen S-Bahn, Straßenbahn und Bus wechseln.
Westlich der Straßenbahn-Gleisschleife soll auf einer bislang ungenutzten Fläche ein neuer Park+Ride-Parkplatz entstehen. Das Grundstück wurde nach Angaben der Stadt bereits erworben.
Vorgesehen sind rund 48 Stellplätze. Vier davon sollen für Carsharing-Fahrzeuge reserviert werden. Pendlerinnen und Pendler sollen dadurch eine zusätzliche Möglichkeit erhalten, ihr Auto am Bahnhof abzustellen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln weiterzufahren.
Mit dem neuen Parkplatz soll zugleich das bislang ungeordnete Abstellen von Fahrzeugen im unmittelbaren Bahnhofsumfeld vermieden werden.
Neben den Stellplätzen für Autos sieht die Planung zusätzliche Angebote für Radfahrerinnen und Radfahrer vor. Geplant ist ein überdachter und teilweise gesicherter Fahrradparkplatz mit Platz für 48 Räder.
Darüber hinaus sollen im Umfeld des Bahnhofs weitere Fahrradbügel aufgestellt werden. Damit will die Stadt die Verbindung zwischen Fahrrad und öffentlichem Nahverkehr verbessern.
Zu Beginn des Planungsverfahrens wurden nach Angaben der Stadt auch umfangreichere Varianten untersucht. Dazu gehörten ein Neubau der gesamten Gleisschleife und eine weitreichende Neuordnung des Bahnhofsumfeldes.
Diese Lösungen hätten jedoch erhebliche Eingriffe in private Grundstücke erfordert. Damit wären aufwendige Abstimmungen und Genehmigungsverfahren verbunden gewesen. Die Stadtverwaltung verfolgt deshalb nun einen bestandsorientierten Ansatz.
Dieser soll die aus Sicht der Verwaltung wichtigsten Verbesserungen ermöglichen, ohne das gesamte Areal grundlegend neu zu ordnen. Dadurch soll das Projekt einfacher finanziert und in absehbarer Zeit umgesetzt werden können.
Die Gesamtkosten werden derzeit auf rund 4,6 Millionen Euro geschätzt. Etwa 3,6 Millionen Euro entfallen demnach auf die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes. Für den geplanten Park+Ride-Parkplatz wird mit Kosten von rund einer Million Euro gerechnet.
Zur Finanzierung prüft die Stadtverwaltung verschiedene Fördermöglichkeiten. Auch eine Beteiligung weiterer Partner, darunter der Verkehrsverbund Oberelbe, wird untersucht. Die kommunalen Eigenmittel sollen überwiegend aus Stellplatzablösegebühren stammen.
Nach der Sommerpause sollen sich zunächst der Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Liegenschaften sowie die Stadtbezirksbeiräte Leuben und Prohlis mit der Planung befassen.
Die endgültige Entscheidung über die Umsetzung des Projekts trifft anschließend der Dresdner Stadtrat. Ein konkreter Termin für einen möglichen Baubeginn wurde noch nicht genannt.