Mo., 30.06.2025 , 12:56 Uhr

Chemie-Altlast an der Rosenstraße wird mit EU-Mitteln beseitigt

Dresden saniert Altlast mit 4,8 Millionen Euro

Die Altlast am ehemaligen VEB-Chemiehandel wird mit 4,8 Mio. Euro Fördermitteln saniert. Ziel ist die umweltgerechte Nachnutzung nahe der Dresdner Innenstadt.

Altlastensanierung in Dresden: Fördermittel für Rosenstraße

Stadt Dresden erhält 4,8 Millionen Euro für Sanierung von Industriebrache

Dresden kann eine Umweltsünde aus DDR-Zeiten beseitigen: Mit 4.819.991,41 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und Mitteln des Freistaats Sachsen wird eine hoch belastete Industriefläche an der Rosenstraße saniert. Oberbürgermeister Dirk Hilbert nahm den Fördermittelbescheid am 30. Juni 2025 von Bela Bélafi, Präsident der Landesdirektion Sachsen, entgegen.

Einst Chemieumschlagplatz – heute Sanierungsfall

Auf dem rund 15.000 Quadratmeter großen Areal befand sich bis 1990 der Lager- und Umschlagplatz des VEB Chemiehandel. Jahrzehntelange Nutzung führte zu erheblichen Belastungen mit Chemikalien im Boden, Grundwasser und in den Gebäuden. Nach ersten Sicherungsmaßnahmen ab 2002 folgt nun die umfassende Sanierung.

Gebäudeabriss und Bodenaustausch

Die kontaminierten Gebäude können nicht mehr genutzt werden und werden abgebrochen. Das Sanierungskonzept sieht vor, verunreinigte Bodenschichten zu entfernen und durch sauberes Material zu ersetzen. Ergänzend erfolgt eine mikrobiologische In-situ-Behandlung des Bodens und Grundwassers – ein Pilotprojekt für Dresden.

Neues Leben für altes Gelände

Mit dem Abschluss der Sanierung bis Ende 2026 soll das Gelände als Gewerbestandort nutzbar werden. Bereits jetzt zeigt das Gründer- und Gewerbezentrum Interesse. 15 Prozent der Fläche – rund 2.250 Quadratmeter – werden zudem als Grünanlage gestaltet.

Langfristige Kostenersparnis

Der bisherige Betrieb einer Wasserreinigungsanlage verschlang jährlich 220.000 Euro. Durch das neue Verfahren, bei dem Mikroorganismen Schadstoffe direkt im Boden abbauen, können diese laufenden Kosten künftig entfallen.

Ziel: Sichere Nachnutzung und Umweltentlastung

Die Sanierung erfolgt nach der Sächsischen Altlastenmethodik und wurde eng mit der Oberen Bodenschutzbehörde abgestimmt. Die Gesamtkosten liegen bei 6,26 Millionen Euro, wovon 77 Prozent durch Fördermittel gedeckt sind. Der Restbetrag wird von der Landeshauptstadt Dresden getragen.

Ein Gewinn für Stadt, Umwelt und Wirtschaft

„Mit den fast fünf Millionen Euro kann die Stadt endlich eine Umweltsünde tilgen und eine Industrie-Ruine beseitigen“, so Bélafi. In direkter Nachbarschaft zur Innenstadt entsteht damit dringend benötigter Raum für neue Unternehmen und ökologische Aufwertung.