Dresden - Die Landeshauptstadt Dresden lässt die Brücke Budapester Straße in mehreren Nächten einem umfangreichen Belastungstest unterziehen. Die Untersuchungen finden von Montag, 10. August, bis Mittwoch, 12. August 2026, jeweils zwischen 19 und 5 Uhr statt. Ziel ist es, Erkenntnisse über die Resttragfähigkeit des Bauwerks und seine künftige Nutzung zu gewinnen.
Am Montagabend soll zunächst der Brückenzug C getestet werden. Für Dienstag, 11. August, ist die Untersuchung des Brückenzugs A vorgesehen. Der Mittwoch dient als Reservetermin, falls sich die Arbeiten verzögern oder einzelne Messungen wiederholt werden müssen.
Bei dem Belastungstest kommen vier spezielle Schwerlastfahrzeuge mit unterschiedlichen Laststufen zum Einsatz. Sie fahren schrittweise über die jeweiligen Brückenzüge. Währenddessen wird das Verhalten des Bauwerks kontinuierlich messtechnisch überwacht.
Zahlreiche Sensoren sollen erfassen, wie sich die Brücke unter den realen Belastungen verhält. Dabei untersuchen Fachleute insbesondere, ob während der Überfahrten neue Schäden entstehen und wie sich Verformungen sowie Spannungen innerhalb des Bauwerks entwickeln.
Die Messdaten werden anschließend ausgewertet und mit den bereits vorhandenen Berechnungsmodellen abgeglichen. Auf dieser Grundlage soll eine möglichst belastbare Einschätzung zum Zustand und zur verbleibenden Tragfähigkeit der Brücke entstehen.
In den vergangenen Wochen wurde das Bauwerk nach Angaben der Stadt umfangreich gesichert. Zusätzliche Notstützen sollen den besonders beanspruchten Teil der Brücke deutlich entlasten.
Trotz dieser Maßnahmen haben sich die Schäden an den Spanndrähten fortgesetzt. Untersuchungen zeigen laut Stadtverwaltung, dass die Schäden temperaturabhängig auftreten und nicht ausschließlich auf die Belastung durch den Verkehr zurückzuführen sind.
Der Belastungstest soll deshalb klären, wie sich das Tragverhalten der gesicherten Brücke unter realen Bedingungen verändert hat. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die Entscheidung über das weitere Vorgehen.
Dazu gehört auch die Frage, ob eine schrittweise Wiederinbetriebnahme möglich ist. Eine Entscheidung darüber soll erst nach der Auswertung der Messungen getroffen werden.
Für die Durchführung der Tests ist die Brücke an allen drei Tagen vollständig gesperrt. Die Sperrungen gelten am 10., 11. und 12. August jeweils von 18 Uhr bis 6 Uhr am folgenden Morgen.
Betroffen sind sowohl die Ammonstraße als auch die Brücke Budapester Straße einschließlich des derzeit noch befahrbaren Bereichs. Die Vollsperrung gilt für sämtliche Verkehrsteilnehmer. Auch Fußgänger und Radfahrer können den Bereich in diesen Zeiträumen nicht nutzen.
Der Busverkehr wird in Abstimmung mit den Dresdner Verkehrsbetrieben umgeleitet. Zu den konkreten Umleitungsstrecken macht die Stadt in der vorliegenden Mitteilung keine weiteren Angaben.
Die Landeshauptstadt bittet Verkehrsteilnehmer und Anwohner um Verständnis für die vorübergehenden Einschränkungen.
Die Kosten für die Belastungsversuche und die damit verbundenen Untersuchungen belaufen sich nach Angaben der Stadt auf rund 900.000 Euro.
Mit den Ergebnissen will Dresden die Nutzungsperspektiven der Brücke Budapester Straße weiter klären. Erst die Auswertung der Messdaten soll zeigen, welche nächsten Schritte erforderlich sind und unter welchen Bedingungen das Bauwerk möglicherweise wieder schrittweise genutzt werden kann.