Do., 18.06.2026 , 12:51 Uhr

Weniger Schwerverletzte und neue Maßnahmen für Schulwege

Dresden verbessert Verkehrssicherheit

Die Zahl der Schwerverletzten im Dresdner Straßenverkehr ist seit 2017 gesunken. Die Stadt setzt weiter auf sichere Schulwege und Querungen.

Dresden - Die Verkehrssicherheit in Dresden hat sich nach Angaben der Stadt weiter verbessert. Die Zahl der Schwerverletzten im Straßenverkehr sank seit 2017 um rund 20 Prozent. Wurden damals noch 442 schwerverletzte Personen gezählt, waren es im Jahr 2025 noch 356. Die Stadt sieht darin ein Ergebnis der kontinuierlichen Analyse des Unfallgeschehens und gezielter Maßnahmen an bekannten Unfallstellen.

Maßnahmen an Unfallschwerpunkten

Grundlage der Entwicklung waren nach Angaben der Landeshauptstadt mehrere Bausteine. Dazu gehörten die Auswertung von Unfallstellen, die Arbeit der Unfallkommission, der Verkehrssicherheitsbericht sowie abgestimmte Aktivitäten im Rahmen der Sicherheitspartnerschaft mit der Polizei. Auch die Umsetzung des Radverkehrskonzepts und der Fußverkehrsstrategie spielte eine Rolle.

Zu den entschärften Unfallstellen zählten unter anderem die Kreuzungen Fritz-Löffler-Straße/Reichenbachstraße in der Südvorstadt und Lohrmannstraße/Enno-Heidebroek-Straße in Reick. Auch der Brückenkopf der Waldschlößchenbrücke an der Fetscherstraße, die Kreuzung Schandauer Straße/Bergmannstraße sowie der Brückenkopf der Albertbrücke am Sachsenplatz wurden genannt.

Weniger Konflikte durch veränderte Verkehrsführung

An den betroffenen Stellen setzte die Stadt unter anderem auf angepasste Radverkehrsführungen, veränderte Ampelschaltungen und bauliche Veränderungen. Dadurch sollten Konflikte im Straßenverkehr reduziert werden.

Als besonders erfolgreiches Beispiel nannte die Stadt den Altstädter Brückenkopf der Albertbrücke am Sachsenplatz. Seit der Einführung getrennter Ampelphasen für Kfz- und Radverkehr seien die Unfälle mit Verletzten innerhalb eines Jahres von 15 auf null zurückgegangen.

Ziel bleibt die Vision Zero

Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn erklärte, die Entwicklung zeige, dass die Arbeit der Stadt wirke. Die Zahl der Schwerverletzten sei innerhalb weniger Jahre deutlich gesunken. Er verwies dabei auf gezielte Maßnahmen an Kreuzungen, auf Schulwegen und an bekannten Unfallschwerpunkten.

Gleichzeitig betonte Kühn, dass Dresden noch nicht am Ziel sei. Die Stadt halte an der Vision Zero fest. Gemeint ist das Ziel, keine Verletzten oder Getöteten im Straßenverkehr zu haben. Jeder verhinderte schwere Unfall sei ein Erfolg auf diesem Weg.

Weitere Verbesserungen geplant

Die Stadt will ihre Arbeit zur Verbesserung der Verkehrssicherheit fortsetzen. Geplant sind weitere Maßnahmen an Unfallhäufungsstellen, zusätzliche Querungsstellen für den Fußverkehr sowie neue Projekte zur Schulwegsicherheit.

Zudem sollen weitere Konfliktstellen zwischen Radverkehr und Straßenbahngleisen untersucht werden. Dafür werden nach Angaben der Stadt Lösungen vorbereitet. Paula Scharfe, Fachreferentin für Nahmobilität und Verkehrssicherheit, verwies darauf, dass Verkehrssicherheit durch kontinuierliche Arbeit entstehe. Die Stadt analysiere das Unfallgeschehen, setze gezielte Maßnahmen um und überprüfe deren Wirkung auf Grundlage belastbarer Daten.

Fokus auf sichere Schulwege

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr. Für 2026 sind neue Gehwegvorstreckungen an der Münchner Straße in der Südvorstadt und an der Hepkestraße in Gruna geplant. Außerdem soll an der Pappritzer Straße in Gönnsdorf eine Mittelinsel entstehen.

Bis 2027 sollen zudem zehn neue Fußgängerüberwege eingerichtet werden, darunter an mehreren Grundschulen. Nach positiven Erfahrungen an der 63. Grundschule in Blasewitz sind weitere Standorte an der 4. Grundschule „Am Rosengarten“ in der Inneren Neustadt, der 8. Grundschule in Pieschen, der 35. Grundschule in Löbtau, der 95. Grundschule in Laubegast und der 103. Grundschule in der Radeberger Vorstadt vorgesehen.

Ergänzend prüft die Stadt Tempo-30-Regelungen auf stark genutzten Schulwegen aller Dresdner Schulen. Damit soll die Verkehrssicherheit besonders dort weiter verbessert werden, wo Kinder regelmäßig unterwegs sind.