Dresden - Dresden ist vom Bund als sächsischer Teilnehmer für das Pilotprojekt „Schneller Gründen“ ausgewählt worden. Damit wird das Vorhaben „Gründen in 24 Stunden“ konkreter. Ziel des Projekts ist es, Unternehmensgründungen künftig deutlich schneller und vollständig digital zu ermöglichen.
Der Bund und der Freistaat Sachsen treiben dafür einen digitalen Gründungsprozess voran, der innerhalb von 24 Stunden abgeschlossen werden soll. Nach Angaben des sächsischen Wirtschaftsministeriums dauern Gründungen derzeit im Durchschnitt vier bis acht Wochen. Durch verbindliche Standards und harmonisierte Genehmigungsverfahren sollen diese Abläufe beschleunigt werden.
Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung hat nun die Teilnehmer des Pilotprojekts bekanntgegeben. Der Start ist für Sommer 2026 vorgesehen. Aus Sachsen wurde die Landeshauptstadt Dresden ausgewählt.
Hintergrund ist die „Förderale Modernisierungsagenda“, die Bund und Länder im Dezember 2025 gestartet hatten. Sie soll Bürokratie abbauen und Genehmigungen beschleunigen. Auch Unternehmensgründungen gehören zu den Bereichen, in denen Verwaltungsverfahren vereinfacht werden sollen.
Das Sächsische Kabinett hatte das Wirtschaftsministerium am 3. März 2026 damit beauftragt, die digitale Beschleunigung der Unternehmensgründung im Freistaat federführend zu begleiten. Wirtschaftsminister Dirk Panter hat das Vorhaben „Gründen in 24 Stunden“ in sein „Zukunftspaket I“ für Wirtschaft und Arbeit in Sachsen aufgenommen. Dieses wurde am 30. März 2026 vorgestellt.
Panter bezeichnete das Ziel mit den Worten: „Idee heute, Gründung morgen“. Der Staat dürfe Gründerinnen und Gründer nicht ausbremsen. Online-Anträge sollten es ermöglichen, gute Ideen schneller in Unternehmen zu überführen.
Auch die sächsische Steuerverwaltung soll in das Pilotprojekt eingebunden werden. Finanzminister Christian Piwarz betonte, Digitalisierung müsse behördenübergreifend gedacht werden. Die Dresdner Finanzämter werden das Projekt „Schneller Gründen“ demnach unterstützen.
Dresdens Beigeordneter für Wirtschaft, Digitales, Personal und Sicherheit, Jan Pratzka, begrüßte die Auswahl der Stadt. Dresden sehe sich mit seiner Digitalisierungsstrategie auf dem richtigen Weg. Gemeinsam mit dem Freistaat wolle die Stadt Bürokratie abbauen, Dienste für Unternehmensgründungen aus einer Hand anbieten und den Gründungsprozess vereinfachen.
Im Zentrum des Pilotprojekts steht die gemeinsame Anzeige eines Gründungsvorhabens für Gewerbe- und Finanzamt. Dafür soll ein nutzerfreundlicher Online-Kombi-Antrag für Einzelunternehmen entwickelt werden. Dieser soll Nachfragen vermeiden und die Bearbeitung beschleunigen.
Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums deckt das Verfahren mehr als 80 Prozent der Neugründungen ab. Allein Gewerbeanzeigen wurden 2025 in Sachsen fast 29.000-mal gestellt. Bei der Auswahl der Teilnehmer für das Pilotprojekt spielten unter anderem Fallzahlen, technische Voraussetzungen, Innovationskultur und politische Unterstützung eine Rolle.
Mit „Schneller Gründen“ sollen Bund, Länder und Kommunen erproben, wie bürokratische Hürden im Gründungsprozess reduziert und Verwaltungsverfahren digital besser miteinander verbunden werden können.