Dresden - Die anhaltende Hitzewelle hat Feuerwehr, Rettungsdienst und die Integrierte Regionalleitstelle Dresden erneut stark belastet. Nach Angaben der Feuerwehr Dresden wurden innerhalb von 24 Stunden insgesamt 278 Rettungsdiensteinsätze disponiert. Damit lag die Zahl zwar unter dem Rekordwert des Vortages, dennoch nahm die Zahl der Einsätze, die aufgrund des Meldebildes als möglicherweise hitzebedingt eingestuft wurden, deutlich zu.
Insgesamt wurden im Leitstellenbereich der Integrierten Regionalleitstelle Dresden 63 Rettungsdiensteinsätze als möglicherweise hitzebedingt bewertet. Auf die Landeshauptstadt Dresden entfielen davon 37 Einsätze. Nach Angaben der Feuerwehr hat sich diese Zahl im Stadtgebiet gegenüber dem Vortag mehr als verdoppelt. Die Einordnung beruht auf den Angaben der Anrufenden während der Notrufabfrage. Ob die hohen Temperaturen tatsächlich ursächlich für die jeweiligen medizinischen Notfälle waren, lässt sich auf dieser Grundlage nicht abschließend beurteilen.
Neben den 278 Rettungsdiensteinsätzen kam in 87 Fällen zusätzlich ein Notarzt zum Einsatz. Der Rettungshubschrauber wurde fünfmal alarmiert. Hinzu kamen zwei Intensivverlegungen sowie 31 qualifizierte Krankentransporte.
Auch die Feuerwehr war mehrfach gefordert. Die Einsatzkräfte rückten zu sieben Brandeinsätzen, 30 technischen Hilfeleistungen sowie sieben Einsätzen aufgrund ausgelöster automatischer Brandmeldeanlagen aus. In den frühen Morgenstunden zog zudem ein Gewitter über den Leitstellenbereich. In Dresden blieb die Lage nach Angaben der Feuerwehr weitgehend ruhig. Drei wetterbedingte Einsätze wurden registriert. Dabei mussten unter anderem Gefahren durch entwurzelte Bäume sowie eine überflutete Fahrbahn in Dresden-Weißig beseitigt werden. Größere Schäden oder besondere Einsatzlagen wurden im Stadtgebiet nicht gemeldet.
Besonders stark belastet war erneut die Integrierte Regionalleitstelle Dresden. Vor allem zahlreiche Feld- und Vegetationsbrände im Landkreis Meißen führten über mehrere Stunden zu einem außergewöhnlich hohen Anrufaufkommen. Bereits gegen 12:00 Uhr gingen innerhalb einer Stunde rund 50 Notrufe ein. Dieses hohe Niveau hielt bis etwa 16:30 Uhr an. Gegen 16:00 Uhr erreichte das Notrufaufkommen mit 65 Notrufen innerhalb einer Stunde seinen Höchststand.
Zwischen 06:30 Uhr und 23:00 Uhr bearbeitete die Leitstelle insgesamt 1.881 Anrufe, darunter 634 Notrufe. Zum Vergleich: An einem gewöhnlichen Sonntag gehen im Leitstellenbereich durchschnittlich rund 500 Notrufe ein. Zur Bewältigung der Lage wurden fünf zusätzliche Kolleginnen und Kollegen aus den Feuer- und Rettungswachen der Berufsfeuerwehr zur Unterstützung in die Leitstelle entsandt.
Zu den prägenden Einsätzen des Tages zählte ein Vegetationsbrand in der Dresdner Heide. Gegen 12:57 Uhr brannte auf einer Fläche von etwa 30 mal 10 Metern Waldboden entlang eines Weges. Durch einen schnellen Löschangriff mit drei Strahlrohren konnte eine weitere Ausbreitung verhindert werden. Die Wasserversorgung wurde im Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen sichergestellt. Am Abend erfolgte gegen 19:30 Uhr eine Nachkontrolle der Einsatzstelle.
Bereits um 11:46 Uhr waren Feuerwehr und Rettungsdienst zu einer Personenrettung aus einem Aufzug im Bereich Moränenende alarmiert worden. Sechs Personen waren in einer Aufzugskabine eingeschlossen, die sich aufgrund der hohen Außentemperaturen stark aufgeheizt hatte. Eine Person war bereits kollabiert. Nachdem eine zerstörungsfreie Öffnung nicht möglich war, verschafften sich die Einsatzkräfte gewaltsam Zugang zur Kabine. Mit einem Hochleistungslüfter wurden die Eingeschlossenen mit Frischluft versorgt. Alle Personen konnten gerettet und an den Rettungsdienst übergeben werden. Zwei Menschen kamen zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus.
Am Abend unterstützte die Feuerwehr außerdem den Rettungsdienst bei einem medizinischen Notfall in einer stark aufgeheizten Dachgeschosswohnung in Striesen. Eine Patientin mit Kreislaufproblemen sowie ihre drei Kleinkinder wurden durch Einsatzkräfte betreut. Die Wohnung wurde belüftet, die Patientin mit kühlen Tüchern versorgt und bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes medizinisch betreut. Eine zusätzlich angeforderte Rettungswagenbesatzung für die Betreuung der Kinder konnte nach dem Eintreffen einer Angehörigen wieder abbestellt werden.
Feuerwehrsprecher Michael Klahre appellierte an die Bevölkerung, die anhaltende Hitze ernst zu nehmen. Ausreichendes Trinken, das Meiden körperlicher Anstrengungen während der Mittagshitze sowie besondere Aufmerksamkeit für ältere Menschen, Kinder und gesundheitlich vorbelastete Personen könnten helfen, medizinische Notfälle zu vermeiden. Zudem müsse im Wald und auf Freiflächen konsequent auf offenes Feuer und mögliche Zündquellen verzichtet werden.
Die vergangenen Tage hätten gezeigt, wie stark die Hitze nicht nur die Bevölkerung, sondern auch die Einsatzkräfte belaste. Feuerwehr, Rettungsdienst und Leitstelle seien auch bei hochsommerlichen Temperaturen rund um die Uhr im Einsatz. Gleichzeitig unterstützten Einsatzkräfte überörtliche Großschadenslagen, darunter den Waldbrand in der Gohrischheide. Umsichtiges Verhalten könne daher helfen, Menschen und Umwelt zu schützen, vermeidbare Einsätze zu verhindern und die Einsatzkräfte für unvermeidbare Notlagen verfügbar zu halten.