Mi., 04.03.2026 , 12:39 Uhr

Arche Nova unterstützt Zivilbevölkerung trotz eskalierender Gewalt

Dresdner Hilfe im Libanon geht weiter

Die Dresdner Hilfsorganisation arche noVa setzt ihre Projekte im Libanon trotz der aktuellen Konflikte fort. Geplant sind unter anderem Hilfen für Geflüchtete und die Versorgung mit Trinkwasser.

Dresden - Die Dresdner Hilfsorganisation arche noVa will ihre humanitäre Arbeit im Libanon trotz der angespannten Sicherheitslage fortsetzen. Nach Angaben der Organisation konzentrieren sich die aktuellen Hilfsmaßnahmen vor allem auf Projekte im Norden des Landes.

„Wir setzen unsere Arbeit trotz der eskalierenden Gewalt fort und stehen an der Seite der fliehenden Zivilbevölkerung, die jetzt dringend auf unsere Unterstützung angewiesen ist“, teilte arche noVa auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Organisation mit Sitz in Dresden ist insbesondere auf Projekte zur Wasserversorgung spezialisiert.

Hilfe für Menschen auf der Flucht

Nach Angaben der Organisation laufen die bestehenden Projekte im Norden des Libanon derzeit weitgehend uneingeschränkt weiter. Gleichzeitig bereitet arche noVa zusätzliche Nothilfemaßnahmen vor.

Diese sollen vor allem Menschen zugutekommen, die aus dem Süden des Landes in Richtung Norden fliehen. Geplant ist unter anderem die Verteilung von Lebensmitteln und Trinkwasser. Derzeit gebe es in der nördlichen Projektregion keine Kämpfe, eine Ausweitung der Gewalt könne jedoch nicht ausgeschlossen werden.

Die Organisation beobachtet deshalb die Sicherheitslage kontinuierlich, um ihre Hilfsmaßnahmen bei Bedarf schnell anpassen zu können.

Erwarteter Anstieg des humanitären Bedarfs

Nach Einschätzung von arche noVa könnte der Konflikt länger andauern. Alexandra Kretschmann, Sprecherin der Organisation, rechnet deshalb mit einem steigenden Bedarf an humanitärer Hilfe.

„Wie sich die Situation derzeit abzeichnet, wird der Konflikt länger andauern und wir erwarten einen starken Anstieg des humanitären Bedarfs“, erklärte sie. Besonders betroffen seien Menschen aus Grenzregionen sowie aus städtischen Risikogebieten.

Derzeit sind nach Angaben der Organisation rund 65.000 Menschen innerhalb des Libanon auf der Flucht. Zudem könnten Versorgungsunterbrechungen etwa bei Wasser, Strom, Telekommunikation oder im Gesundheitswesen zunehmen.

Lage entwickelt sich dynamisch

Margret Thieme, Länderreferentin für den Libanon bei arche noVa, beschreibt die Situation als sehr dynamisch. „Die Lage verändert sich derzeit von Stunde zu Stunde. Als Hilfsorganisation ist es unsere Aufgabe, schnell und bedarfsgerecht zu reagieren“, sagte sie.

Viele Menschen müssten erneut in Angst vor Angriffen leben und ihre Häuser verlassen. In den kommenden Tagen sei daher mit weiteren Fluchtbewegungen zu rechnen.

Langjährige Erfahrung in der Region

arche noVa ist seit seiner Gründung im Jahr 1992 im Nahen und Mittleren Osten aktiv. In den vergangenen Jahrzehnten setzte die Organisation unter anderem Projekte im Iran, Irak, in Syrien und im Libanon um.

Diese langjährige Präsenz habe dazu beigetragen, lokale Partnerschaften und Strukturen aufzubauen. Nach eigenen Angaben ermöglichen diese Erfahrungen eine schnelle und zielgerichtete humanitäre Hilfe in Krisensituationen.

Auch in Syrien ist arche noVa weiterhin aktiv. Nach Ausbruch des Bürgerkriegs begann die Organisation mit Hilfseinsätzen im Nordwesten und Nordosten des Landes. Nach dem schweren Erdbeben im Jahr 2023 gehörte arche noVa zudem zu den ersten Organisationen, die auf syrischer Seite Nothilfe leisteten.

Aktuell versorgt die Organisation im Norden Syriens Menschen mit Trinkwasser, verteilt Wasser per Tanklastwagen, stattet Schulen mit Sanitäranlagen aus und setzt beschädigte Wasserversorgungssysteme instand.