Dresden - Die Verkehrsunfallstatistik 2025 zeigt eine differenzierte Entwicklung auf Sachsens Straßen. Während die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle leicht anstieg, gingen Unfälle mit Personenschaden und die Zahl der Verunglückten insgesamt zurück. Gleichzeitig erreicht ein Bereich einen neuen Höchstwert: Unfälle unter Drogeneinfluss.
Im Jahr 2025 wurden 1.663 Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss registriert – ein leichter Rückgang um 0,6 Prozent. Demgegenüber stieg die Zahl der Unfälle unter dem Einfluss anderer berauschender Mittel deutlich an. Mit 411 Fällen wurde hier ein neuer Höchststand erreicht, was einem Plus von 9,0 Prozent entspricht.
Auch bei den Unfällen mit Personenschaden zeigt sich eine Zunahme in beiden Bereichen. Bei Alkoholunfällen stieg die Zahl um 6,2 Prozent auf 738 Fälle. Bei Drogenunfällen lag der Anstieg bei 3,9 Prozent, insgesamt wurden hier 158 Unfälle mit Verletzten gezählt.
Die Inspekteurin der Polizei, Sonja Penzel, betonte bei der Vorstellung der Statistik die Bedeutung von Aufklärung und Kontrolle. Der Trend steigender Drogenunfälle setze sich fort, insbesondere vor dem Hintergrund gesetzlicher Änderungen wie der Cannabislegalisierung im April 2024 und der Anpassung von Grenzwerten im Jahr 2025.
Die Statistik zeigt auch Veränderungen bei besonders gefährdeten Verkehrsteilnehmern. So stieg die Zahl der verunglückten Radfahrer um 3,9 Prozent auf 4.753. Bei Nutzern von Elektrokleinstfahrzeugen – etwa E-Scootern – fiel der Anstieg mit 9,3 Prozent auf insgesamt 200 Verunglückte noch deutlicher aus.
Bei den Hauptverursachern von Unfällen mit Personenschaden dominieren weiterhin Pkw-Fahrer mit 59,8 Prozent. Dahinter folgen Radfahrer mit 20,5 Prozent sowie Fahrer motorisierter Krafträder mit 8,3 Prozent.
Die Polizei Sachsen registrierte im Jahr 2025 insgesamt 10.142 Fahrzeugführer unter dem Einfluss von Alkohol oder anderen berauschenden Mitteln – ein Anstieg von 1,4 Prozent. Gleichzeitig wurden weniger Geschwindigkeitsverstöße festgestellt: Mit 260.681 Fällen lag der Wert 11,2 Prozent unter dem Vorjahr.
Zugenommen haben hingegen Abstandsverstöße auf Autobahnen (+28,2 Prozent) sowie Verstöße gegen das Überholverbot (+17,3 Prozent). Handyverstöße (+0,3 Prozent) und Rotlichtverstöße (-0,8 Prozent) blieben weitgehend stabil.
Nach Angaben von Sonja Penzel setzt die Polizei weiterhin auf eine Kombination aus Kontrollen, Präventionsarbeit und Analyse von Unfallschwerpunkten. Dazu zählen unter anderem Verkehrssicherheitsaktionen, Unterstützung bei der Radfahrausbildung und moderne Überwachungsmaßnahmen.
Insgesamt wurden im Jahr 2025 in Sachsen 98.154 Verkehrsunfälle registriert. Das entspricht einem leichten Anstieg von 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Positiv fällt hingegen die Entwicklung bei den Unfallfolgen aus: Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden sank um 0,4 Prozent auf 13.289 Fälle. Auch die Zahl der Verunglückten ging um 2,4 Prozent auf 16.453 zurück. Besonders deutlich ist der Rückgang bei den Schwerverletzten mit minus 8,0 Prozent. Die Zahl der Verkehrstoten blieb mit 143 nahezu unverändert.
Zu den häufigsten Ursachen für Unfälle mit Personenschaden zählen weiterhin nicht angepasste Geschwindigkeit (11,5 Prozent), Vorfahrtsverletzungen (10,3 Prozent) sowie ein ungenügender Sicherheitsabstand (9,5 Prozent).