Dresden - Ein Jahr nach der Eröffnung der „Citywache – Zentrum für Prävention und Sicherheit“ am Wiener Platz ziehen die Landeshauptstadt Dresden und die Polizeidirektion Dresden eine positive Bilanz. Das gemeinsame Zentrum soll dazu beitragen, die Dresdner Innenstadt sicherer und lebenswerter zu machen.
Polizeipräsident Lutz Rodig betont, das vergangene Jahr habe gezeigt, wie wichtig ein Kompetenzzentrum direkt an einem kriminalitätsbelasteten Ort sein könne. Kurze Reaktionszeiten, unmittelbare Erreichbarkeit und ein umfassendes Lageverständnis hätten nach seiner Einschätzung die Grundlage für die bisherigen Erfolge gebildet.
Die Citywache ist Teil eines gemeinsamen Ansatzes von Polizei, Verwaltung, Citymanagement und weiteren Partnern aus der Stadtgesellschaft. Im Mittelpunkt steht laut Erstem Bürgermeister Jan Donhauser ein modernes Sicherheitsverständnis. Öffentliche Räume sollen demnach nicht nur kontrolliert, sondern aktiv zurückgewonnen, gestaltet und belebt werden. Das Konzept folgt dabei drei Leitgedanken: Raum gewinnen, Raum gestalten und Raum beleben.
Ein Schwerpunkt liegt auf der sichtbaren Präsenz an kriminalitätsbelasteten Orten. Polizei und Ordnungsamt setzen dafür auf verstärkte Streifen, präventiv-polizeiliche Maßnahmen wie Aufenthaltsverbote und Messertrageverbote sowie auf eine enge Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft. Ergänzt wird das Vorgehen durch das Projekt „Systemischer Videoschutz“ und Kooperationen mit dem Einzelhandel.
Nach Angaben der Polizeilichen Kriminalstatistik gibt es am gefährlichen Ort „Wiener Platz/Prager Straße“ seit Eröffnung der Citywache eine positive Entwicklung. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Straßenkriminalität um 37,5 Prozent zurück. Die Gewaltkriminalität sank um 22,5 Prozent. Polizeipräsident Rodig wertet diese Zahlen als erste sichtbare Erfolge der gemeinsamen Maßnahmen.
Gleichzeitig ist die Rauschgiftkriminalität um 10,6 Prozent gestiegen. Die Polizei verweist darauf, dass Rauschgiftkriminalität als sogenannte Holkriminalität gilt. Der Anstieg wird daher vor allem mit der erhöhten Polizeipräsenz und der stärkeren Kontrolltätigkeit erklärt. Nach Angaben Rodigs passe die Polizei ihre Präsenzmaßnahmen fortlaufend an, wenn sich Täter örtlich verlagerten.
Neben Kontrollen und Strafverfolgung spielt auch die Gestaltung des öffentlichen Raums eine Rolle. Nach Angaben der Stadt sollen Tatgelegenheiten reduziert werden, etwa durch bessere Beleuchtung und weniger Rückzugsorte. Bis zum Sommer sollen am Wiener Platz zwei Pflanzkübel zurückgebaut werden, um Sichtschutz und mögliche Rückzugsbereiche zu verringern.
Das Team der Citywache hat zudem drei sogenannte Dunkelortbegehungen durchgeführt. Untersucht wurden der Wiener Platz, die Reitbahnstraße und die Ferdinandhöfe. Dabei wurden dunkle Bereiche identifiziert, die bei Menschen Unsicherheit auslösen können. An der Reitbahnstraße konnten Mängel nach Angaben der Stadt kurzfristig durch neue Leuchtmittel behoben werden. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe von Stadt und Polizei beschäftigt sich außerdem mit Verbesserungen der Beleuchtung unter Sicherheitsaspekten.
Langfristig setzen Stadt und Polizei auch auf eine stärkere Belebung der Innenstadt. Für den Wiener Platz werden derzeit unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten geprüft. Eine Arbeitsgruppe diskutiert erste Optionen für eine dauerhafte Belebung des Platzes. Dabei soll auch der Einzelhandel eingebunden werden. Das Citymanagement soll nach Angaben der Stadt eine wichtige Rolle in diesem Prozess übernehmen.
Polizeidirektion und Landeshauptstadt wollen den eingeschlagenen Weg gemeinsam mit ihren Partnern fortsetzen. Ziel ist eine Innenstadt, die sicherer wird, weil sie stärker genutzt und belebt ist.