Fr., 02.10.2026 , 13:17 Uhr

So startet Sachsens Fußball in die neue Saison

Eine neue Fußballsaison in Sachsen: Was Leipzig, Dresden, Aue und Zwickau erwartet

Sachsens Fußball startet 2026/27 mit vier sehr unterschiedlichen Ausgangslagen. RB Leipzig ist nach Platz 3 in der Vorsaison zurück in der Champions League und Dynamo Dresden kämpft im zweiten Zweitliga-Jahr um Stabilität. Der Verein Erzgebirge Aue muss den Abstieg in die Regionalliga Nordost verarbeiten und der FSV Zwickau versucht dort, seine sportliche Entwicklung fortzusetzen.

Schon die ersten Wochen zeigen: Eine gemeinsame sächsische Fußballgeschichte gibt es in dieser Saison kaum. Die Aufgaben reichen vom internationalen Wettbewerb bis zum Neuaufbau in der vierten Liga.

RB Leipzig: Neuer Trainer, alte Ansprüche

Leipzig hat im Sommer einen markanten Schnitt vorgenommen. Trotz Rang drei 2025/26 trennte sich der Klub von Ole Werner; Martín Demichelis übernahm und erhielt einen Vertrag bis 2028. Der Auftakt passt zu einer Mannschaft, die noch nach Konstanz sucht: Auf einen 3:0 Sieg gegen Borussia Mönchengladbach folgte eine 1:3 Niederlage gegen Werder Bremen. Nach zwei Spieltagen steht RB Leipzig damit bei drei Punkten.

Die größere Prüfung beginnt sofort. Am 10. September startet Leipzig bei Como in die Ligaphase der Champions League; später warten unter anderem Real Madrid, Manchester City und Manchester United. Damit wird früh sichtbar, wie belastbar Demichelis' Spielidee unter höherem Druck ist. Leipzig braucht nicht nur Tempo und individuelle Qualität, sondern Lösungen gegen kompakte Gegner sowie eine bessere Absicherung nach Ballverlusten. Die Niederlage in Bremen hat genau diese Baustellen offengelegt.

Dresden: Ballbesitz allein löst die Probleme nicht

Bei Dynamo ist die Lage deutlich drängender. Thomas Stamm blieb nach dem Klassenerhalt Trainer, doch nach vier Zweitliga-Spielen stehen nur drei Punkte und Rang 17 zu Buche. Die Zahlen erzählen dabei eine interessante Geschichte: Dresden kommt auf 56 Prozent Ballbesitz und eine Passquote von 87 Prozent. Bei fünf Toren wurden aber bereits zehn Gegentore kassiert. Das Problem liegt also nicht schlicht in fehlender Kontrolle, sondern darin, was aus dieser Kontrolle entsteht.

Beim 1:2 gegen Bochum wurden zwei frühe Treffer durch Fehler im Aufbau begünstigt. Genau hier liegt die zentrale Aufgabe der nächsten Wochen: weniger riskante Ballverluste in ungünstigen Zonen, klarere Anschlussaktionen und mehr Konsequenz im letzten Drittel. Mit Braunschweig und Hertha folgen Gegner, die solche Fehler ebenfalls bestrafen können.

Auch Quoten spiegeln solche Einschätzungen wider. Bei Betway Sportwetten und anderen Anbietern verändern sich die Bewertungen eines Spiels, wenn sich Formkurven, Ausfälle oder die Erwartung an eine Mannschaft verschieben. Kurzfristige Entwicklungen können sich deshalb relativ schnell in den angebotenen Quoten zeigen, während Saisonprognosen stärker auf längerfristigen Faktoren wie Kaderqualität, Konstanz und Spielplan beruhen.

Für die sportliche Einordnung von Dynamo bleibt daher entscheidend, ob sich die aktuellen Probleme über mehrere Spieltage bestätigen oder lediglich eine frühe Phase der Saison prägen. Vier Spieltage sind für ein endgültiges Urteil zu wenig, doch die frühen Defensivprobleme sind konkret genug, um sie nicht als bloße Schwankung abzutun. Die kommenden Partien werden zeigen, ob Stamm Struktur und Ergebnisstabilität zusammenführen kann.

Erzgebirge Aue: Neustart mit direkter Aufstiegschance

Aues Saison ist die einschneidenste der vier Geschichten. Nach dem Abstieg aus der 3. Liga tritt der FCE wieder in der Regionalliga Nordost an. Khvicha Shubitidze blieb Trainer und führt einen neu zusammengestellten Kader. Der Start ist ordentlich: Nach sieben Spielen steht Aue mit 14 Punkten auf Rang 3, nur drei Zähler hinter Rot-Weiß Erfurt und dem Chemnitzer FC.

Diese Spielzeit besitzt zusätzliches Gewicht, weil der Meister der Regionalliga Nordost 2026/27 direkt in die 3. Liga aufsteigt. Das bestätigt der Nordostdeutsche Fußballverband.

Für Aue macht das jeden Punkt im dicht besetzten oberen Tabellenfeld wertvoll, ohne dass Anfang September bereits von einem Zweikampf gesprochen werden könnte. Der 2:1-Auswärtssieg bei Lok Leipzig war ein belastbarer Hinweis auf Wettbewerbsfähigkeit; die Saison wird zeigen, wie stabil der Neuaufbau tatsächlich ist.

FSV Zwickau: Kontinuität statt großer Gesten

Zwickau startet aus einer anderen Position. Rico Schmitt ist weiterhin Cheftrainer, die sportliche Linie wurde nicht neu erfunden. Nach sieben Spieltagen steht der FSV mit 13 Punkten auf Rang 6 und hat zuletzt drei Ligaspiele in Serie gewonnen. Ende August gelang ein 1:0 gegen Babelsberg.

Der Kader wurde dennoch nachjustiert. Torhüter Sebastian Jung kam Anfang September auf Leihbasis aus Fürth, während Cemal Sezer den Verein auf eigenen Wunsch verließ.

Für Zwickau wird entscheidend sein, ob die Mannschaft ihre defensive Stabilität hält und gleichzeitig genügend Torgefahr entwickelt. Acht Treffer nach sieben Partien sind eine solide Basis, aber kein Polster in einer engen Liga.

Vier Klubs, vier Maßstäbe

Leipzig wird an Bundesliga und Champions League gemessen, Dresden an der Zweitliga-Stabilität, Aue am Neuaufbau mit realer Rückkehrchance und Zwickau an der Fähigkeit, im dichten Regionalliga-Feld dauerhaft oben zu bleiben.

Gerade diese Unterschiede prägen den sächsischen Fußball 2026/27: Nicht ein gemeinsames Ziel verbindet die vier Vereine, sondern die Frage, wie gut jeder mit seinem eigenen sportlichen Druck umgeht.